Restitution von 27 Büchern aus der Bibliothek des ZI an die Tochter von August Liebmann Mayer

Das ZI konnte als Ergebnis eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojekts 27 Bücher aus der Bibliothek des jüdischen Kunsthistorikers August Liebmann Mayer (1885–1944) identifizieren und an seine Tochter Angelika Mayer (*1930) restituieren. Die Bücher sind verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

Aufgrund seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten floh A. L. Mayer bereits 1935 nach Frankreich. 1944 wurde er in Monte Carlo aufgegriffen, verhaftet und über das Sammellager Drancy nach Ausschwitz deportiert und ermordet.
Seine Bibliothek wurde 1942 vom „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ (ERR) in Paris beschlagnahmt. Sie sollte an Hermann Göring gehen, wurde dann aber vom ERR aus Luftschutzgründen nach Schloß Kogl ausgelagert, wo die Amerikaner sie fanden und in den Central Collecting Point (CCP) nach München verbrachten. Der CCP übergab die Bücher am 3. Mai 1947 an die Bibliothek des gerade gegründeten Zentralinstituts für Kunstgeschichte, das heute über einen Bestand von rund 575.000 Bänden verfügt.
Angelika Mayer überlässt die 27 Bücher der Bibliothek des ZI. Sie stehen somit weiterhin für die Benutzung zur Verfügung. Sowohl ein Hinweis im OPAC des ZI als auch ein Ex dono in den Büchern selbst erinnern an Mayers Schicksal und die Herkunft der Bücher.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt.

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