Die Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944/45


 

Internationale Tagung zur Freischaltung der Forschungsplattform „GDK Research“
Veranstaltet vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kunst München

Donnerstag, 20. Oktober - Freitag, 21. Oktober 2011

GDK
Große Deutsche Kunstausstellung 1940, © ZI

Von seinen Anfängen an war das nationalsozialistische Regime bemüht, an die historische Tradition Münchens als "Kunststadt" anzuknüpfen. Die Bezeichnung Münchens als "Hauptstadt der Deutschen Kunst" führte Adolf Hitler im Oktober 1933 bei der Grundsteinlegung für das "Haus der Deutschen Kunst" ein. In dem nach Entwurf des Architekten Paul Ludwig Troost errichteten Ausstellungsgebäude fanden von 1937 bis 1944 alljährlich, über Monate hinweg, die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" (GDK) statt; die für 1945 geplante Ausstellung entfiel. Die Exponate, ausgewählt durch eine von Hitler selbst angeführte Jury, wurden von der nationalsozialistischen Elite ebenso wie von zahlreichen Privatpersonen erworben. Als Maßnahme der Kulturpropaganda ließ Joseph Goebbels gegenüber diesen Verkaufsausstellungen 1937 die Femeschau "Entartete Kunst" veranstalten, die der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, Adolf Ziegler, in der Münchner Hofgartengalerie durchführte.
2009 bis 2011 förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Digitalisierungs- und Forschungsprojekt zu den "Großen Deutschen Kunstausstellungen", das durch das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Projektleitung) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum Berlin und dem Haus der Kunst München durchgeführt wurde. Die in diesem Rahmen konzipierte Bild- und Forschungsdatenbank "GDK Research" wird im Rahmen der Tagung freigeschaltet. Ausgehend von einem bisher kaum beachteten Konvolut von sechs Fotoalben im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, das die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" detailliert dokumentiert, stellt die Datenbank umfangreiches Foto- und Archivmaterial zur Verfügung, darunter Informationen zu Käufern und Verkaufspreisen, die aus dem Archivbestand des Haus der Kunst stammen, sowie Farbaufnahmen von Exponaten der Großen Deutschen Kunstausstellungen, die sich seit 1998 im Deutschen Historischen Museum Berlin befinden.
"GDK Research" bietet der Forschung zur Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus damit eine neue Grundlage.

Die Tagung wird durch Abendvorträge der Vortragsreihe "Die Großen Deutschen Kunstausstellungen: vorher - nachher" im Zentralinstitut für Kunstgeschichte ergänzt. 

 


dfg hdk Zentralinstitut für Kunstgeschichte 
 
Printerfriendly verson of this text Programm (PDF)  

Programm

Donnerstag, 20. Oktober
Veranstaltungsort: Haus der Kunst München, Prinzregentenstr. 1, München, Südgalerie

18.30 Uhr
Begrüßung
Okwui Enwezor, München

Grußworte
Monika Flacke, Berlin, und Wolf Tegethoff, München

Sabine Brantl, München: Das Haus der Deutschen Kunst als Wirtschaftsunternehmen
Stephan Klingen, München: Das Quellenmaterial im Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Ralf Peters, München: Zur Bilddatenbank und Forschungsplattform "GDK Research"
Christian Fuhrmeister, München: Einführung zur Tagung

20:00 Uhr
Projektion historischer Filmdokumente aus den Jahren 1933 bis 1943 zum Haus der Deutschen Kunst und zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen (Einführung: Sabine Brantl, Iris Lauterbach)

 

GDK 1943 
Große Deutsche Kunstausstellung 1943, Fotodokumentation, © ZI


Freitag, 21. Oktober

Veranstaltungsort: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Nördlicher Lichthof
Moderation: Christian Fuhrmeister, Detlef Hoffmann und Iris Lauterbach

09.00 Uhr
Monika Flacke, Berlin, sowie Elisabeth Angermair, Reinhard Horn, Sylvia Krauß, München
Kurzporträts weiterer Quellenbestände

09.20 Uhr
James van Dyke, Columbia, MO
Kunstausstellungen in der Krise, 1929-1944

09.40 Uhr
Detlef Hoffmann, München
"Was Ihnen in dieser Stadt entgegen tritt, das ist der neue Mensch." Adolf Hitlers "Kulturreden"

10.00 Uhr
Iris Lauterbach, München
Die Großen Deutschen Kunstausstellungen als Inszenierung und medialer Event

10.20 Uhr
Diskussion und Kaffeepause

11.00 Uhr
Marlies Schmidt, Wittenberg
Die GDK 1937: Jury und virtuelle Rekonstruktion

11.15 Uhr
Kathrin Müller-Kindler, München
Erste (1938) und Zweite (1939) Deutsche Architektur- und Kunsthandwerkausstellung im Haus der Deutschen Kunst

11.25 Uhr
Brigitte Zuber, München
Besonderheiten der letzten GDK 1944/45

11.40 Uhr
Diskussion

12.00 Uhr
Julia Lehnert, München
Beobachtungen zur Hängepraxis

12.10 Uhr
Ulf Dingerdissen, München
Künstler der Sezession auf der GDK

12.20 Uhr
Diskussion und Mittagspause

 

gdk 1942 
Große Deutsche Kunstausstellung 1942, Fotodokumentation, © ZI

 

14.00 Uhr
Josephine Gabler, Passau
Skulptur im Nationalsozialismus - Wunsch und Wirklichkeit

14.20 Uhr
Silke Wenk, Oldenburg
Thoraks "Letzter Flug" im Kontext gesehen

14.40 Uhr
Nikola Doll, Berlin
Die kunstpolitischen Implikationen der Sonderschau Werner Peiner (GDK 1938)

14.50 Uhr
Diskussion

15.15 Uhr
Lucie Valdhansová, Brno
Böhmische, mährische und sudetendeutsche Künstler in der GDK

15.25 Uhr
Irena Kossowska, Warszawa
"Der Künstler muss politisch sein": German Sculpture in Warsaw of 1938

15.40 Uhr
Martin Papenbrock, Karlsruhe, und Joachim Scharloth, Tokio
Kunstausstellungen im Nationalsozialismus. Möglichkeiten einer datengeleiteten Analyse

16.00 Uhr
Diskussion und Kaffeepause

16.45 Uhr
Christian Fuhrmeister, München
Kanon oder Chaos? Homogenität oder Heterogenität der Kunst im NS?

17.00 Uhr
Ines Rotermund-Reynard, Paris
Die GDK in den Augen von Charlotte Weidler und in den Texten von Paul Westheim

17.15 Uhr
Brigitte Zuber, München
Zur Entnazifizierung der Künstler der GDK Printerfriendly verson of this text

17.30 Uhr
Kathrin Hoffmann-Curtius, Berlin
Das Museum und die NS-Kunst

17.45 Uhr
Diskussion und Pause

18.15 Uhr
Abendvortrag: Keith Holz, Macomb, IL
International responses to the Great German Art Exhibitions: the birth of the historiography of National Socialist Art?
weitere Informationen zum Vortrag und zum Referenten

 


Information und Anmeldung

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Anmeldungen erbitten wir unter: gdk@zikg.eu

Informationen zum Haus der Kunst München:
Sabine Brantl M.A. archiv@hausderkunst.de

Informationen zur Tagung:
Dr. Christian Fuhrmeister, c.fuhrmeister@zikg.eu
Dr. Iris Lauterbach, i.lauterbach@zikg.eu
www.zikg.eu/gdk

Informationen zur Forschungsplattform www.gdk-research.de:
Dr. Stephan Klingen, s.klingen@zikg.eu
Dr. Ralf Peters, r.peters@zikg.eu


Veranstaltungsorte

Donnerstag, 20. Oktober

Haus der Kunst München (Südgalerie)
Prinzregentenstr. 1
80538 München

Freitag, 21. Oktober

Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Nördlicher Lichthof)
Katharina-von-Bora-Str. 10
80333 München

>> Anfahrt und Lageplan


Rahmenprogramm

Die Tagung wird durch Abendvorträge der Vortragsreihe "Die Großen Deutschen Kunstausstellungen: vorher - nachher" im Zentralinstitut für Kunstgeschichte ergänzt.

Mittwoch, 5. Oktober, 18.15 Uhr
Olaf Peters, Halle
'Deutsche' und 'Entartete' Kunst: Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus
weitere Informationen zum Vortrag und zum Referenten

Mittwoch, 19. Oktober, 18.15 Uhr
Hans-Ernst Mittig, Berlin
Offene Kapitel beim Umgang mit NS-Kunst in Museum, Ausstellung und Forschung
weitere Informationen zum Vortrag und zum Referenten

Mittwoch, 2. November, 18.15 Uhr
Walter Grasskamp, München
Ein Sommertag auf der Documenta 1 (1955)
weitere Informationen zum Vortrag und zum Referenten

Die Abendvorträge der Vortragsreihe finden im Vortragssaal, Raum 242, im 2. OG des Zentralinstituts statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

                             

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