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In den Jahren 1943 -
1945 entstand im Auftrag des nationalsozialistischen Regimes ein
einzigartiges Farbdiaarchiv zur mitteleuropäischen Wand- und
Deckenmalerei. Die Initiative zu der vom Reichsministerium für
Volksaufklärung und Propaganda durchgeführten Fotokampagne ging
von Adolf Hitler aus. Fast alle prominenten Fotografen
Deutschlands nahmen teil. Verwendet wurde ein
Kleinbild-Farbdiafilm, um die rasche Ausführung des Befehls zu
gewährleisten.
Erklärtes Ziel des
Unternehmens war es, angesichts der Bedrohung durch den selbst
entfesselten Bombenkrieg, bedeutende Wand- und Deckenmalereien im
sogenannten großdeutschen Reich farbig zu dokumentieren. Die
Denkmalämter der Gaue waren angewiesen worden, Listen historisch
und künstlerisch wertvoller Malereien zusammenzustellen. Die annähernd
40.000 erhaltenen Diapositive zeigen Dekorationsprogramme von etwa
480 Bauwerken in Deutschland, Österreich, Polen, der russischen Föderation
und in Tschechien. Hier sind in hoher Qualität die letzten und
oftmals die einzigen farbigen Aufnahmen bedeutender Kunstwerke vor
ihrer Zerstörung oder Beschädigung im Zweiten Weltkrieg überliefert.
Die Diapositive überstanden
ausgelagert an unterschiedlichen Orten den Krieg und werden heute
im Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München und im
Bildarchiv Foto Marburg aufbewahrt. Um dem Zerfall der Originale
zu begegnen, wurden die Aufnahmen in den Jahren 2002-2003
digitalisiert. Diese Maßnahme wurde unterstützt durch die
Abteilung Kulturgutschutz der Beauftragten der Bundesregierung für
Kultur und Medien sowie durch das Leibniz-Rechenzentrum der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften und die Tavolozza
Foundation, München. Im Oktober 2005 werden die Scans in einer
Bilddatenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Fachtagung
untersucht die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des
sogenannten „Führerauftrags“ und widmet sich vor allem den
vielfältigen Möglichkeiten, die Digitalisate für die
Denkmalpflege und die kunsthistorische Forschung nutzbar zu
machen.
Die Tagung wird gefördert
durch die ZEIT-Stiftung
Ebelin und Gerd Bucerius sowie durch die Tavolozza Foundation,
München.

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