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Große Deutsche Kunstausstellung 1940, © ZI |
Von seinen Anfängen an war das nationalsozialistische
Regime bemüht, an die historische Tradition Münchens als "Kunststadt"
anzuknüpfen. Die Bezeichnung Münchens als "Hauptstadt der Deutschen Kunst"
führte Adolf Hitler im Oktober 1933 bei der Grundsteinlegung für das "Haus
der Deutschen Kunst" ein. In dem nach Entwurf des Architekten Paul Ludwig
Troost errichteten Ausstellungsgebäude fanden von 1937 bis 1944 alljährlich,
über Monate hinweg, die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" (GDK) statt;
die für 1945 geplante Ausstellung entfiel. Die Exponate, ausgewählt durch
eine von Hitler selbst angeführte Jury, wurden von der
nationalsozialistischen Elite ebenso wie von zahlreichen Privatpersonen
erworben. Als Maßnahme der Kulturpropaganda ließ Joseph Goebbels gegenüber
diesen Verkaufsausstellungen 1937 die Femeschau "Entartete Kunst"
veranstalten, die der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, Adolf
Ziegler, in der Münchner Hofgartengalerie durchführte.
2009 bis 2011 förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein
Digitalisierungs- und Forschungsprojekt zu
den "Großen Deutschen Kunstausstellungen", das durch das Zentralinstitut
für Kunstgeschichte (Projektleitung) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Historischen Museum Berlin und dem Haus der Kunst München durchgeführt
wurde. Die in diesem Rahmen konzipierte Bild- und Forschungsdatenbank "GDK
Research" wird im Rahmen der Tagung freigeschaltet. Ausgehend von einem
bisher kaum beachteten Konvolut von sechs Fotoalben im Zentralinstitut für
Kunstgeschichte, das die "Großen Deutschen Kunstausstellungen" detailliert
dokumentiert, stellt die Datenbank umfangreiches Foto- und Archivmaterial
zur Verfügung, darunter Informationen zu Käufern und Verkaufspreisen, die
aus dem Archivbestand des Haus der Kunst stammen, sowie Farbaufnahmen von
Exponaten der Großen Deutschen Kunstausstellungen, die sich seit 1998 im
Deutschen Historischen Museum Berlin befinden.
"GDK Research" bietet der Forschung
zur Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus damit eine neue Grundlage.
Die Tagung wird durch
Abendvorträge der Vortragsreihe "Die Großen Deutschen Kunstausstellungen:
vorher - nachher" im Zentralinstitut für Kunstgeschichte ergänzt.
Programm
Donnerstag, 20. Oktober
Veranstaltungsort: Haus der Kunst München, Prinzregentenstr. 1, München,
Südgalerie
18.30 Uhr
Begrüßung
Okwui Enwezor, München
Grußworte
Monika Flacke, Berlin, und Wolf Tegethoff, München
Sabine Brantl, München: Das Haus der Deutschen Kunst als
Wirtschaftsunternehmen
Stephan Klingen, München: Das Quellenmaterial im Zentralinstitut für
Kunstgeschichte
Ralf Peters, München: Zur Bilddatenbank und Forschungsplattform "GDK
Research"
Christian Fuhrmeister, München: Einführung zur Tagung
20:00 Uhr
Projektion historischer Filmdokumente aus den Jahren 1933 bis 1943 zum Haus
der Deutschen Kunst und zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen
(Einführung: Sabine Brantl, Iris Lauterbach)
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Große Deutsche Kunstausstellung 1943,
Fotodokumentation, © ZI |
Freitag, 21. Oktober
Veranstaltungsort: Zentralinstitut für Kunstgeschichte,
Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Nördlicher Lichthof
Moderation: Christian Fuhrmeister, Detlef Hoffmann und Iris Lauterbach
09.00 Uhr
Monika Flacke, Berlin, sowie Elisabeth Angermair, Reinhard Horn, Sylvia
Krauß, München
Kurzporträts weiterer Quellenbestände
09.20 Uhr
James van Dyke, Columbia, MO
Kunstausstellungen in der Krise, 1929-1944
09.40 Uhr
Detlef Hoffmann, München
"Was Ihnen in dieser Stadt entgegen tritt, das ist der neue Mensch." Adolf
Hitlers "Kulturreden"
10.00 Uhr
Iris Lauterbach, München
Die Großen Deutschen Kunstausstellungen als Inszenierung und medialer Event
10.20 Uhr
Diskussion und Kaffeepause
11.00 Uhr
Marlies Schmidt, Wittenberg
Die GDK 1937: Jury und virtuelle Rekonstruktion
11.15 Uhr
Kathrin Müller-Kindler, München
Erste (1938) und Zweite (1939) Deutsche Architektur- und
Kunsthandwerkausstellung im Haus der Deutschen Kunst
11.25 Uhr
Brigitte Zuber, München
Besonderheiten der letzten GDK 1944/45
11.40 Uhr
Diskussion
12.00 Uhr
Julia Lehnert, München
Beobachtungen zur Hängepraxis
12.10 Uhr
Ulf Dingerdissen, München
Künstler der Sezession auf der GDK
12.20 Uhr
Diskussion und Mittagspause
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Große Deutsche Kunstausstellung 1942,
Fotodokumentation, © ZI |
14.00 Uhr
Josephine Gabler, Passau
Skulptur im Nationalsozialismus - Wunsch und Wirklichkeit
14.20 Uhr
Silke Wenk, Oldenburg
Thoraks "Letzter Flug" im Kontext gesehen
14.40 Uhr
Nikola Doll, Berlin
Die kunstpolitischen Implikationen der Sonderschau Werner Peiner (GDK 1938)
14.50 Uhr
Diskussion
15.15 Uhr
Lucie Valdhansová, Brno
Böhmische, mährische und sudetendeutsche Künstler in der GDK
15.25 Uhr
Irena Kossowska, Warszawa
"Der Künstler muss politisch sein": German Sculpture in Warsaw of 1938
15.40 Uhr
Martin Papenbrock, Karlsruhe, und Joachim Scharloth, Tokio
Kunstausstellungen im Nationalsozialismus. Möglichkeiten einer
datengeleiteten Analyse
16.00 Uhr
Diskussion und Kaffeepause
16.45 Uhr
Christian Fuhrmeister, München
Kanon oder Chaos? Homogenität oder Heterogenität der Kunst im NS?
17.00 Uhr
Ines Rotermund-Reynard, Paris
Die GDK in den Augen von Charlotte Weidler und in den Texten von Paul
Westheim
17.15 Uhr
Brigitte Zuber, München
Zur Entnazifizierung der Künstler der GDK

17.30 Uhr
Kathrin Hoffmann-Curtius, Berlin
Das Museum und die NS-Kunst
17.45 Uhr
Diskussion und Pause
18.15 Uhr
Abendvortrag: Keith Holz, Macomb, IL
International responses to the Great German Art Exhibitions: the birth of
the historiography of National Socialist Art?

Information und Anmeldung
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Anmeldungen erbitten wir unter:
gdk@zikg.eu
Informationen zum Haus der Kunst München:
Sabine Brantl M.A.
archiv@hausderkunst.de
Informationen zur Tagung:
Dr. Christian Fuhrmeister,
c.fuhrmeister@zikg.eu
Dr. Iris Lauterbach,
i.lauterbach@zikg.eu
www.zikg.eu/gdk
Informationen zur Forschungsplattform
www.gdk-research.de:
Dr. Stephan Klingen, s.klingen@zikg.eu
Dr. Ralf Peters, r.peters@zikg.eu
Veranstaltungsorte
Donnerstag, 20. Oktober
Haus der Kunst München (Südgalerie)
Prinzregentenstr. 1
80538 München
Freitag, 21. Oktober
Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Nördlicher Lichthof)
Katharina-von-Bora-Str. 10
80333 München
>> Anfahrt und Lageplan
Rahmenprogramm
Die Tagung wird durch Abendvorträge der Vortragsreihe "Die Großen Deutschen
Kunstausstellungen: vorher - nachher" im Zentralinstitut für Kunstgeschichte
ergänzt.
Mittwoch, 5. Oktober, 18.15 Uhr
Olaf Peters, Halle
'Deutsche' und 'Entartete' Kunst: Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus

Mittwoch, 19. Oktober, 18.15 Uhr
Hans-Ernst Mittig, Berlin
Offene Kapitel beim Umgang mit NS-Kunst in Museum, Ausstellung und Forschung

Mittwoch, 2. November, 18.15 Uhr
Walter Grasskamp, München
Ein Sommertag auf der Documenta 1 (1955)

Die Abendvorträge der Vortragsreihe finden im Vortragssaal, Raum 242, im 2.
OG des Zentralinstituts statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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