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Christian Welzbacher, Berlin

Rem Koolhaas und Ludwig Mies van der Rohe: Ehrenbezeigungen, postmodern

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Vortrag am 28. Juni 2006, 18 Uhr c.t.
Vortragsraum 242, II. OG, Meiserstraße 10

Die Architektur des Niederländers Rem Koolhaas (Office for Metropolitan Architecture, OMA, Rotterdam) wird zumeist als Weiterführung der Nachkriegsmoderne interpretiert und in die scheinbar bruchlose Kontinuitätslinie niederländischer Baukultur eingereiht. Daß Koolhaas indes als eminent postmoderner Entwerfer einzustufen ist, der mit einer Vielzahl von Verweisen und Zitaten die Architekturgeschichte instrumentalisiert und damit für Holland seit den 70er Jahren vollständig neue Wege ging, kann anhand eines Aspekts seines Schaffens mustergültig beleuchtet werden: der Auseinandersetzung mit Ludwig Mies van der Rohe. In Collagen, Performances, Texten, vor allem in seinen Bauten selbst, thematisierte Koolhaas vielgestaltig den Mythos vom "Übervater der Moderne": ein ambivalentes Projekt, das als Mischung aus Kollegenschelte, Heldenverehrung und Selbststilisierung zu deuten sein wird.

Dr. Christian Welzbacher
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Mainz, Glasgow, Amsterdam und an der FU Berlin. Magister Artium 1999 mit einer Arbeit zum Kirchenbau der Moderne. Promotion 2004 zum Thema "Die Staatsarchitektur der Weimarer Republik". Die Arbeit erhielt die Anerkennung des Otto Borst-Preises und wurde mit dem Theodor-Fischer-Preis 2005 prämiert. Freier Journalist und Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie verschiedener Zeitschriften. Seit 2005 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ein biographisches Projekt zur Kulturpolitik der Moderne.

 

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Letzte Änderung: 06.02.2007