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Christof Thoenes

Über die Größe der Peterskirche

Vortrag am 28. März 2007, 18 Uhr c.t.
Vortragsraum 242, II. OG, Meiserstraße 10

Die exorbitante Größe des Neubaus von St. Peter in Rom war einerseits von Julius II. gewollt, andererseits baugeschichtlich bedingt, da Julius das quattrocenteske Chorfundament und damit die Grundmaße der kaiserzeitlichen Basilika übernahm. Das weitere Wachstum des Baus wurde nach dem „Sacco di Roma“ (1527) von Paul III. gestoppt, vor allem in Hinblick auf die - unter den ökonomischen Bedingungen der Neuzeit unvermeidliche - Ausdehnung der Bauzeit. Nach ihrer Fertigstellung im 17. Jahrhundert wurde die Peterskirche zum modernen Paradigma „römischer Größe“: Goethe behandelte sie als ein Naturphänomen, Kant explizierte an ihr seine Ästhetik des Erhabenen; im 20. Jahrhundert träumten Hitler und Speer von Architekturen, die „St. Peter mit seinem Vorplatz wie Spielzeug aussehen lassen“ würden. Seinen Rang als größte Kirche der Christenheit verlor St. Peter 1990 an die Notre Dame de la Paix in Yamoussoukro (Elfenbeinküste).

Prof. Dr. Christof Thoenes
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Berlin und Pavia, Mitarbeiter der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut) in Rom, Lehrtätigkeit in Berlin, Hamburg, Venedig. Veröffentlichungen zur Geschichte der italienischen Kunst, insbesondere zu Architektur und Architekturtheorie des 15.-18. Jahrhunderts. Lebt in Rom

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Letzte Änderung: 06.02.2007