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Cordula Grewe, New York, NY

Avantgarde und Antijudaismus in der Kunst der Nazarener

Vortrag am 27. Mai 2009, 18 Uhr c.t.
Vortragsraum 242, II. OG, Meiserstraße 10, 80333 München

1823 erschienen Ferdinand Oliviers innovative "Sieben Gegenden von Salzburg und Berchtesgaden: Geordnet nach den Sieben Tagen der Woche, verbunden durch zwei Allegorische Blätter". Das erste Blatt dieses heute vor allem wegen seiner innovativen Technik und elegischen Landschaftsauffassung geschätzten Zyklus hat in jüngster Zeit vor allem als die früheste uns bekannte Künstlergenealogie in Form eines Stammbaums Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Dabei wurde das für die Nazarener durchaus ungewöhnliche Auftreten Satans als Zeichen einer Aburteilung der im Druck benannten neoklassizistischen Künstler gewertet. Hier soll nun eine grundlegende Neudeutung des Blatts vorgestellt werden, die sich auf die hinter Satan erscheinenden Juden konzentriert. Ausgehend von Oliviers Allegorie geht dieser Vortrag der Frage nach, welche Rolle das Bild des Jüdischen in einer Kunst spielte, die sich der emphatischen Wiederbelebung des Christentums in einer Zeit verschrieb, welche das Aufkommen des modernen, rassistisch definierten Antisemitismus erlebte.

Prof. Dr. Cordula Grewe
Associate Professor am Lehrstuhl für Kunstgeschichte und Archäologie der Columbia University, New York. Ihre Schwerpunkte sind die deutsche Kunstgeschichte und Kunsttheorie des 18. und 19. Jahrhunderts.

 

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Letzte Änderung: 19.03.2009