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Christine Tauber, Bonn

Nach der tabula rasa: Bauprojekte im Paris des Jahres 1791 und die Debatte um die 'monuments publics'

Vortrag am 27. Januar 2010, 18 Uhr c.t.
Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10 (vormals Meiserstraße 10), 80333 München

1791 entwirft Armand-Guy Kersaint in seinem Discours sur les monuments publics eine Monumentenlandschaft, welche die durch die modernistische Tabula rasa der Revolution geschaffenen funktionalen Leerstellen des öffentlichen Lebens künstlerisch neu zu besetzen sucht. Neben einem Palais national für die Assemblée nationale in der halbfertigen Madeleine-Kirche und einem Cirque national auf dem Marsfeld konzipiert er den neuzugründenden Louvre als nationales Museum für den öffentlichen Kunstunterricht. Mit dem wenig bekannten Architektenduo Jacques Molinos und Jacques-Guillaume Legrand, das die Entwürfe für diese Bauten lieferte, setzte Kersaint auf eine frühhistoristische Strömung in der französischen Architektur des 18. Jahrhunderts, die Greek Revival und Stereometrie der sogenannten Revolutionsarchitektur in politisch wie künstlerisch höchst origineller Weise verband.

PD Dr. Christine Tauber
Promotion 1997 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dort 1993-2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin; 2005 Habilitation in Kunstgeschichte und Kulturgeschichte an der Universität Konstanz; derzeit Gastdozentin am Kunsthistorischen Institut der LMU München und Forschungsstipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung. Arbeitsgebiete: Kunstgeschichtsschreibung und Historiographie des 19. Jahrhunderts (u.a. Jacob Burckhardt), Italienische und Französische Renaissance, Manierismus, Kunstpolitik und Kulturgeschichte des Revolutionszeitalters, Patronage.

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Letzte Änderung: 28.05.2010