Dehmer: Formen und Funktionen öffentlicher Bildwerbung zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit

Projektbeschreibung

Gegenstand des Forschungsprojekts sind die Frühgeschichte der großformatigen Bildwerbung und ihre weitere Entwicklung im frühneuzeitlichen Europa (vor allem in den deutschsprachigen Ländern, Italien, Frankreich und England). Damit werden jene Studien, die sich mit diesem Gebiet bisher auf systematische oder summarische Weise beschäftigt haben, fortgeführt, vertieft und um verschiedene Aspekte erweitert.

Weniger greifbar als die heute noch geläufigen Reklamebilder traditioneller Art –Werbezettel, Flugblatt, Anzeige und Plakat –, stehen die mittelalterlichen Anfänge der modernen Außenwerbung immer noch kaum im Blickpunkt der Kunst- bzw. Kulturgeschichte. Ihre Vielfältigkeit in Materialität, Gestaltung, Inhalt, Zweckbestimmung und Präsentation wird anhand von Quellen, Bilddokumenten und erhaltenen Exemplaren ebenso behandelt wie die Rezeption und Reaktionen des Publikums.

Hauptsächlicher Einsatzort visueller Werbung war seit jeher die Öffentlichkeit; die Formen ihrer Schaustellung reichen von tragbaren Gemälden fahrender Händler bis hin zu in Stein gehauenem, stationärem Häuserschmuck: zwei eigenständige und doch ineinandergreifende Bereiche – mobile und ortsfeste Werbemittel –, die ihre populärste Ausdrucksform im Aushängeschild fanden: Individuell gestaltete Laden-, Gast- und Wirtshausschilder gehören in Europa zu den bekanntesten und am besten dokumentierten Beispielen ausweisender Geschäfts- und Dienstleistungswerbung. Die in diesem Zusammenhang oft erwähnten Arbeiten von Hans Holbein d. J. für den Schulmeister Myconius (1516, Basel) und von Antoine Watteau für den Kunsthändler Gersaint (1720, Berlin) sind hierfür zwei herausragende Beispiele.

Kontakt

Prof. Dr. Iris Lauterbach

Projektmitarbeiter ZI

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