Stöneberg: Entwicklungen in der deutschen Architekturfotografie 1890-1925

Projektbeschreibung

Mangels Zeit, Mobilität und Gelegenheit für eigene Anschauung fungierten in Printmedien eingebundene Fotografien als zentrales Vermittlungsmedium von Architektur - sowohl für die Architektenschaft, interessiertes Publikum und nicht zuletzt auch die Kunstwissenschaft. Diese erst in jüngster Zeit durch virtuelle Darstellungsformen aufgeweichte Dominanz begann um 1890, als die entsprechende Drucktechnik in breiterem Umfang zur Verfügung stand. Das in Architekturzeitschriften und -büchern gedruckte Foto löste zur Präsentation zeitgenössischer Bauten die Verbreitung von Originalfotos oder Foto-Reproduktionen mittels Mappenwerken ebenso ab wie zeichnerische Perspektivdarstellungen in Druckwerken.

Das Forschungsvorhaben widmet sich den ersten Dekaden der publikationsgebundenen Architekturfotografie in Deutschland. Für den Zeitraum 1890-1925 sollen Positionen und Entwicklungen der architekturfotografischen Bildästhetik erfasst und deren maßgebliche Protagonisten identifiziert werden. Dies erfolgt insbesondere im Hinblick auf die Entstehung einer spezifischen Bildsprache zur Darstellung (proto-)moderner Architektur.

Als mit Beginn der wirtschaftlichen Konsolidierung nach dem Ersten Weltkrieg, ab Mitte der zwanziger Jahre immer mehr Bauten im modernen Idiom errichtet wurden, stand diese Bildsprache einigen Fotografen bereits in vollem Umfang zur Verfügung. Durch zahlreiche Veröffentlichungen zu prominenten Beispielen des 'Neuen Bauens' setzte sie sich bis zum Ende des Jahrzehnts als vorherrschender architekturfotografischer Darstellungsstil durch, unter maßgeblichem Einfluss des auf die Moderne spezialisierten Architekturfotografen Arthur Köster (1890-1965). Die in der eigenen Köster-Studie herauspräparierten Mittel und Wirkungsmechanismen dieser 'Werbefotografie der Architekturmoderne' sollen bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgt werden.

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Prof. Dr. Iris Lauterbach

Projektmitarbeiter ZI

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