Friedrichs: Exotismus - die Faszination des Fremden. Studien zum Orient- und Ostasienbild in der venezianischen Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert

Projektbeschreibung

Exotismus, verstanden als Faszination für das Fremde, lässt sich in der venezianischen Malerei vom ausgehenden Mittelalter bis ins Settecento in verschiedenen Erscheinungsformen feststellen. Zahlreiche Bildthemen boten venezianischen Künstlern Gelegenheit, exotische Motive, Pflanzen, Tiere, Menschen, orientalische Ornamente, Architekturformen oder Kostüme in ihre Kompositionen zu integrieren. Im 18. Jahrhundert richtete sich das Interesse der venezianischen Maler verstärkt auch auf die Lebensweise der fremden Kulturen. Die überlieferten Bilder sind für die kunst- und kulturhistorische Forschung von besonderer Bedeutung, da sie Auskunft darüber geben, wie fremde Kulturen im frühneuzeitlichen Venedig wahrgenommen wurden.

Die Vermittlerrolle für "Exotisches" fiel Reisen, Reiseberichten, diplomatischen Kontakten und vor allem Handelsbeziehungen zu. Genau dies ist auch der Grund, warum Venedig - abgesehen von der Fülle und Qualität des vorhandenen Bildmaterials - einen besonders interessanten Fall der Orient- und Asienrezeption darstellt: Unter den Handelsreisenden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zählten die Venezianer zu den Mobilsten. Erste Kontakte nach China lassen sich bereits im 12. Jahrhundert nachweisen.

Im Rahmen der Forschungsarbeit soll am Beispiel ausgewählter Kunstwerke, die repräsentativ für einen bestimmten Bildtyp (Porträt-, Stadtansichten-, Historien- oder Genremalerei) sind, untersucht werden, auf welche Bereiche der fremden Kultur sich die Orient- und Asienrezeption bezieht. Was interessierte an den Fremden und was wurde besonders herausgestellt, ihr fremdartiges Aussehen, ihr exotischer Charakter, ihr andersartiger Stil der Lebensführung, ihre technischen und kulturellen Errungenschaften, ihre Handelsgüter oder ihre Kunstwerke? Zugleich soll festgestellt werden, ob auf den Bildern eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem Fremden stattfand? Verraten die Darstellungen ein genaues Studium oder werden Stereotype, Mythen und Wunschvorstellungen abgebildet? Läßt sich im Lauf der Jahrhunderte eine Entwicklung feststellen, die darauf hindeutet, daß vorhandene Vorstellungen über den nahen und fernen Orient von Malern späterer Generationen fortgeführt, weiterentwickelt oder korrigiert wurden?

Kontakt

Prof. Dr. Iris Lauterbach

Projektmitarbeiter ZI

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