Meyer: Zwischen Poesie und Gewalt. Apartheid im Spiegel zeitgenössischer südafrikanischer Kunst

Die grenzüberschreitende Untersuchung von Kunst in Korrelation mit anderen gesellschaftsrelevanten Gebieten ist Kernansatz des Projekts „Zwischen Poesie und Gewalt. Apartheid im Spiegel zeitgenössischer südafrikanischer Kunst“. Zugleich will es den westlich dominierten Blick auf die globalisierte Kunstwelt erweitern und zum interkulturellen Dialog beitragen.

Grenzüberschreitend ist dieses Thema nicht nur, weil es die Kunst eines außereuropäischen Landes in den Blick nimmt, sondern auch weil es sich der Betrachtung von künstlerischen Positionen in Verknüpfung mit politischen Bedingungen innerhalb einer historisch einschneidenden Periode widmet. Die von 1948-1994 währende Apartheid-Regierung, die auf institutionalisierter Rassendiskriminierung über separierte Siedlungsgebiete, Passgesetze und wirtschaftliche Privilegierung der Weißen fußte, ist ein mahnendes Beispiel der Geschichte von globaler Bedeutung, dessen Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist. Für das Projekt stellt sich die Frage, wie sich die Politik dieser Phase in der Kunst widerspiegelt. Welche Ausdrucksformen wählen die einheimischen Künstler? Welche Stimmungen und Intentionen transportieren ihre Arbeiten? Welche Themen fokussieren sie? Wie verarbeiten sie die Erfahrungen eines Regimes, das in rigoroser und fanatischer Weise das Leben seiner BürgerInnen reguliert hat? Zur Beantwortung dieser Fragen sollen insbesondere drei südafrikanische Künstler in den Blick genommen werden, die zwar der gleichen, in den 1950er/60er Jahren geborenen Generation zugehören und denen zudem die künstlerischen Wurzeln an der University of Witwatersrand in Johannesburg gemeinsam sind, die aber dennoch ganz unterschiedliche Ansätze zur Auseinandersetzung mit der Apartheid entwickelt haben: William Kentridge, Jane Alexander und Kendell Geers.

Projektmitarbeiter ZI

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