Hentschel: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes“. Fürsorgeeinrichtungen und Armenhäuser im Fokus

Projektbeschreibung

Das Forschungs- und Habilitationsprojekt „Eine Architekturgeschichte der Armut“ an der ETH Zürich untersucht die Anfänge einer Architektur für Bedürftige, ihren historischen Werdegang in mannigfaltiger Form und Ausprägung und fragt nach spezifischen Bautypologien.

Der Betrachtungsrahmen spannt sich von der klassischen Antike über das aufkommende Christentum mit seinem wirkungsmächtigen Gebot der Nächstenliebe und den ersten dezidierten Armutsarchitekturen des Mittelalters an Hand von exemplarischen Fallstudien weiter zu den unterschiedlichen Versorgungskonzepten der Renaissance und den großen Alberghi dei Poveri bis hin zur Weiterentwicklung dieses Typus in der modernen Gefängnis- und Krankenhausarchitektur sowie im sozialen Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts.

Mit der Frage nach Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für die Bedürftigen fällt das Schlaglicht auf die jeweilige Regierung, den Regenten bzw. Monarchen oder Fürsten. Zwischen inszenierter Fürsorge und Ausgrenzung ponderierend, spiegelten und spiegeln sich Gesellschaften und ihre jeweiligen sozialen wie hierarchischen Vorstellungen im Umgang mit den Niedrigsten.

Der Workshop am Zentralinstitut für Kunstgeschichte wird insbesondere die frühen Hospitäler, Xenodochien und Siechenhäuser als Orte der gelebten Armutsbekämpfung und Fürsorge näher beleuchten.

Kontakt

Prof. Dr. Iris Lauterbach

Projektmitarbeiter ZI

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