Werner Haftmann Leiter der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Wechselausstellungen und Ankaufspolitik (1967 – 1974)

Die Dissertation befasst sich mit der ersten Phase der Geschichte der Neuen Nationalgalerie in Berlin von 1967 bis 1974 unter der Direktion von Werner Haftmann (1912 – 1999). Forschungsschwerpunkt ist Werner Haftmanns kuratorische Praxis als Leiter eines Museums, dessen bedeutungsvolle Sammlung während des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt wurde.

Die Neue Nationalgalerie wurde 1968 in Mies van der Rohes (1886 – 1969) Museumsbau in West-Berlin eröffnet. Mit seiner reduzierten architektonischen Formensprache aus Glas und Stahl wurde das Gebäude bald als eines der wichtigsten Bauwerke Mies van der Rohes und als Architekturikone des 20. Jahrhunderts gefeiert.

In Bezug auf die komplexe historische Wiederaufbauphase der Sammlung der Neuen Nationalgalerie werden Werner Haftmanns Prioritäten und Handlungsstrategien dargelegt. Die besondere Museumsarchitektur - man denke zum Beispiel an die komplett durchsichtige Halle im Erdgeschoss ohne Stellwände - stellte zahlreiche Herausforderungen an die kuratorische Praxis und setzte kreative Präsentationsformen sowie eine innovative Ausstellungsgestaltung voraus.

Während der Nachkriegszeit in Deutschland richtete sich der kunsthistorische und kulturelle Diskurs auf die Aufwertung und Rehabilitierung der Avantgarden, die vom Nationalsozialismus verleumdet und als „entartet“ deklariert worden waren. In diesem Rahmen arbeitete Haftmann am Wiederaufbau der Museumssammlung und widmete sich vor allem der fast gänzlich zerstörten Sammlung der Klassischen Moderne.

In Hinblick auf die damals isolierte Lage Berlins war für Haftmann die Konzeption hochrangiger Wechselausstellungen von äußerster Bedeutung, um das Museum und die Sammlung wieder international bekannt zu machen. Die Untersuchung des Wechselspiels zwischen Sonder- und Dauerausstellung wird aufgrund ihrer unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich einer museologischen Fragestellung in Betracht gezogen. Mittels einer detaillierten Untersuchung der Sonderausstellungen in den Jahren 1967 – 1974 soll die frühe Ausstellungsgeschichte des Museums angesichts der kunsthistorischen Rezeption der ausgestellten KünstlerInnen in der deutschen Nachkriegszeit erforscht werden.

Hauptanliegen der Doktorarbeit ist es, einen Beitrag zur Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte der Neuen Nationalgalerie unter Berücksichtigung einer bisher kaum untersuchten Zeitspanne zu leisten. Werner Haftmanns Tätigkeit, welche die Geschichte der Neuen Nationalgalerie prägte, , soll hierbei im Mittelpunkt stehen.

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