Ziegler: Das Quickborner Prinzip in Räumen der Arbeit

Projektbeschreibung

Das Quickborner Team (QT) war in den 1960er Jahren eine der erfolgreichsten Organisationsberatungsfirmen in der Bundesrepublik. Die Brüder Eberhard und Wolfgang Schnelle und ihre Partner boten maßgeschneidert für Großunternehmen die Neustrukturierung von Verwaltungsabläufen und die dazu passenden architektonisch-räumlichen Lösungen an. Konzepte und zugehörige Marktnische hatten sie selbst entwickelt. Nicht nur das Bundeskanzleramt, dessen Planungs- und Baugeschichte in der eigenen Dissertation rekonstruiert und kontextualisiert worden ist, wurde unter Führung der sozialliberalen Koalition ab 1969 organisatorisch und baulich von dieser Firma gecoacht: Vielmehr hat das QT mit seinen Konzepten einen sichtbaren Abdruck in der Architekturgeschichte von Verwaltungsbauten in der gesamten Bundesrepublik hinterlassen. Grundrisse, Einrichtung und Organisationsabläufe greifen dabei eng ineinander. Das Interesse an einer „modernen“ Selbstdarstellung der jeweiligen Bauherrn ist damit zusätzlich untrennbar verbunden. Es gilt, die bestimmenden Projekte und Bauten zu identifizieren, das QT als Akteur in der Architekturgeschichte zu etablieren und zu verdeutlichen, worin die zeitgenössische Überzeugungskraft und Virulenz ihrer Konzepte bestand – die 1973 schlagartig an Überzeugungkraft verloren und daher verändert werden mussten. Die Architekturgeschichte der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts erlebt hier nicht nur neue Auftraggeberinteressen, sondern das Auftreten und die Etablierung neuer Akteure innerhalb einer marktwirtschaftlich organisierten, sich ausdifferenzierenden Gesellschaft. Ausgehend von diesem Punkt lässt sich die Entwicklung im Verwaltungs- und Bürobau bis in die Gegenwart fortschreiben.

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