Zitzmann: Vorbild oder Abgrenzung? Die Leningrader Avantgarde im Vergleich

Projektbeschreibung

In der Dissertation wurde das Baugeschehen in der Sowjetunion in den 1920-30er Jahren untersucht. Nun soll eine Einordnung in einen größeren baugeschichtlichen Kontext vorgenommen werden. Vergleiche mit Deutschland spielen dabei eine große Rolle.

Ein Teilaspekt des Projekts betrifft Unterscheide und Gemeinsamkeiten zwischen dem städtischen Wohnungsbau in München und in Leningrad. In beiden Städten wurde in diesem Zeitraum intensiv gebaut, es entstand aber keine radikale Avantgarde-Architektur. Im Zeitraum 1928 bis 1930 engagierten sich beide Städte intensiv im Massenwohnungsbau: Hier wie dort entstanden fünf neue Großsiedlungen, die große Ähnlichkeiten aufweisen: hauptsächlich, aber nicht streng in Zeilenbauweise, mit querlüftbaren Wohnungen und hier wie dort mit Gemeinschaftsbauten. Worin unterscheiden sich diese unter gänzlich unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Voraussetzungen errichteten Wohnanlagen?

Leningrader Architekten und Ingenieure unternahmen in den 1920er und 1930er Jahren mehrfach Reisen nach Deutschland und England sowie in die skandinavischen Länder, deren Bauwesen als fortschrittlich galt. Reiseziele waren Bauausstellungen, aber auch neue Wohnanlagen, öffentliche Badeanstalten oder Industriebauten, beispielsweise um sich über technische Ausstattungsmöglichkeiten  für Großbäckereien oder Großküchen zu informieren. Untersucht werden soll, welche Vorbilder nachweisbar sind und welche Veränderungen an diesen vorgenommen wurden.

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