Original – Kopie – Zitat. Kunstwerke des Mittelalters und der Frühen Neuzeit:  Wege der Aneignung – Formen der Überlieferung.

Wolfgang Augustyn und Ulrich Söding (Hrsg.):

Original – Kopie – Zitat. Kunstwerke des Mittelalters und der Frühen Neuzeit: Wege der Aneignung – Formen der Überlieferung.

Passau: Dietmar Klinger Verlag 2010 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, 26)

ISBN: 978-3-86328-101-4

kubikat

Der Band, der auf die 2009 stattgefundene gleichnamige Tagung zurückgeht, umfasst eine Reihe von Fallstudien zu einem Kernbereich des künstlerischen Schaffens und der kunstgeschichtlichen Überlieferung: das exakte Kopieren einer Vorlage im Verlauf der Ausbildung, das Nachahmen einer Manier, aber auch das Replizieren von Kunstwerken in einer Werkstatt unter kommerziellen Vorzeichen (Sammlerinteressen, Produktion für den Kunstmarkt); beim kreativen Kopieren entstehen dagegen Umdeutungen, Varianten und Paraphrasen. Dies alles ist konstitutiv für die Entstehung und die Tradierung eines umfassenden Bildgedächtnisses. In der kunstgeschichtlichen Forschung ist die Kopienkritik von ungebrochener Aktualität. Fragen der Authentizität, der Rekonstruktion einer Bildüberlieferung und der Verbreitung einer Bildidee sind für jede Gattung relevant und werden aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert. Spricht man in der Architektur vorwiegend von Zitaten, so finden sich in den Bildkünsten alle Formen von Kopien. Dort kommt es auch zu gattungsübergreifenden Anleihen, oft im Zusammenhang mit dem für jede Teildisziplin interessanten Vorlagenschatz der Druckgraphik. Betroffen sind von den unterschiedlichen Arten des Kopierens aber nicht nur Formprobleme, sondern auch Fragen der Ikonographie. Die hier gesammelten Beiträge behandeln Themen vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit aus den Gattungen Architektur, Skulptur, Wand- und Tafelmalerei, Glasmalerei, Zeichnung und Druckgraphik. Verfolgt wird der Prozess des Kopierens und Paraphrasierens u.a. an Werken namhafter Künstler aus den deutschsprachigen Ländern (Schongauer, Dürer, Cranach), aus den Niederlanden (Jan van Eyck, Rogier van der Weyden) sowie aus Frankreich und Italien.

Mit Beiträgen von:
Wolfgang Augustyn, Matthias Exner, Christian Freigang, Daniel Hess/Oliver Mack, Stephan Kemperdick, Brigitte Kurmann-Schwarz, Peter Kurmann, Lukas Madersbacher, Veronika Pirker-Aurenhammer, Michael Roth, Peter Schmidt, Hartmut Scholz, Marc Carel Schurr, Ulrich Söding, Thomas Weigel, Gerhard Weilandt, Matthias Weniger, Harald Wolter-von dem Knesebeck.

448 Seiten mit 303 Farb- und Schwarzweißabbildungen (vergriffen).

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