Vortrag Ute Engel

Termindetails

Wann

19.03.2003
von 18:15 bis 20:15

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Architektur, Sprache und Kult. Die gotischen Kathedralen Englands unter dem Aspekt der Stilwahl

Die gotischen Kathedralen Englands, vom Kontinent aus wenig beachtet, wurden in den letzten 20 Jahren intensiv von der anglo-amerikanischen Forschung bearbeitet. Der Vortrag diskutiert die neuen methodischen Fragestellungen, die sich dabei ergeben haben. Im Zentrum stehen die Fragen, ob und wie Architektur auf ihre Nutzungen, insbesondere im Rahmen von Liturgie und Reliquienkult, reagiert, und warum und zu welchem Zweck die englische Gotik so verschieden von der französischen gestaltet ist. Handelt es sich um eine bewusst gewählte andersartige Architektursprache? Ist dieser Vorgang vergleichbar mit der Entwicklung des Volkssprachlichen, bei der sich in England seit dem späten 12. Jahrhundert das Französisch der normannischen Eroberer mit dem Angelsächsisch der Einheimischen zu einer neuen Variante des Französischen formiert, aus der das Englische entstand?

Dr. Ute Engel
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik, Buchwissenschaft und Geschichte in Mainz und München. 1993 Promotion mit einer Arbeit über die Kathedrale von Worcester. 1994-96 wiss. Angestellte, 1997-98, 2002-2007 wiss. Assistentin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz. Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes, 2004/05 Stipendium für Wissenschaftlerinnen in der Forschung des Landes Rheinland-Pfalz. Das Habilitationsprojekt „Barockforschung. Der deutsche Barock, die deutsche Kunstgeschichte und die Frage der nationalen Identität, ca. 1850-1950“, steht vor dem Abschluß. Seit 2007 Mitarbeit an der Konzeption eines Sonderforschungsbereiches „Welterbe Oberes Mittelrheintal. Bausteine für eine Theorie der Kulturlandschaft“.