Vortrag Markus A. Castor

Termindetails

Wann

09.11.2005
von 18:15 bis 20:15

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Die Conférences der Académie Royale de Peinture et de Sculpture - Kunsttheorie zwischen Künstlerinteresse und Kunstpolitik

Die wenige Jahre nach der Gründung der Pariser Kunstakademie unter Colbert eingeführte Tradition, in regelmäßigen Sitzungen der Académiciens Vorträge zu vorbildlichen Meisterwerken und theoretischen Fragen bildkünstlerischer Arbeit zu halten, wurde bereits durch die Forschung des 19. Jahrhunderts immer wieder als Beleg für eine doktrinäre, "akademisch" verengte Lehre angeführt, die den Kunstdiskurs und die künstlerische Praxis im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts beherrschte. An diesem Bild hat sich bis heute wenig geändert. Auf der Grundlage aller überlieferten Quellen ergibt sich jedoch ein grundsätzlich anderes Bild. Die Ausbildung einer Diskussionskultur in den Conférences zeigt vielmehr, wie anhand der Versprachlichung von Bilderfahrung eine Vielfalt verschiedenster und oftmals konträrer theoretischer Positionen entsteht, die ein Fortschreiten der Künste befördert und von den Vorbildern der italienischen Akademien (Florenz, Rom) emanzipiert.

Dr. Markus A. Castor
Studium der Kunstgeschichte, klassischen Archäologie und Philosophie an den Universitäten Trier, Konstanz und Freiburg. 1991 Promotion zu Farbe und Raum bei Diego Velázquez. Assistent für Kunstgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Italienische Kulturgeschichte an der TU Dresden. Seit 2002 Referenten am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris (DFK) und Koordinator des Forschungsprojektes zur Edition der Conférences der Académie Royale de Peinture et de Sculpture. Castor arbeitet an einer Habilitation zu Anne-Claude Philippe de Thubières, Comte de Caylus.

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