Vortrag Hubertus Günther

Termindetails

Wann

13.10.2010
von 18:15 bis 20:15

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Bramantes Tempietto in S. Pietro in Montorio. Ein Sonderfall der Antikenrezeption in der Renaissance

Wir gehen davon aus, dass Bramantes Tempietto das weitaus auffälligste Beispiel von Antikenrezeption in der Renaissance darstellt. Dieser Aspekt wird noch weiter bekräftigt durch das zeitgenössische Verständnis der antiken Zeugnisse. Dann kommen wir zu der Frage, warum die Antike so eklatant imitiert wurde. Der Schlüssel zur Antwort liegt in der besonderen Situation der Kreuzigungsstätte Petri. Sie bildete das Unterpfand für das Primat des Papsttums, daher war es wichtig, sie vorweisen zu können. Aber es war überaus problematisch, ihren Ort anzugeben. Erst im 14. Jahrhundert kam die Lokalisierung auf dem Gianicolo auf. Nicht die Schriftquellen gaben den Ausschlag dafür, sondern zumindest vermeintlich antike Reste, die dann auf die Schriftquellen bezogen wurden.

Prof. Dr. Hubertus Günther
1965-73 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Theaterwissenschaft in Bonn, München und Bibliotheca Hertziana in Rom; 1973 Promotion LMU München; 1985 Habilitation Universität Bonn; 1984-86 Gastdozent an der Universität Düsseldorf, beauftragt mit der Leitung des Seminars für Kunstgeschichte; 1986-88 Gastprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt; 1988-91 Professor für Kunstgeschichte und für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität Frankfurt; 1991-2008 Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Zentrales Arbeitsgebiet: Architektur der Renaissance und Antikenstudien.

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