Vortrag Marianne Koos

Termindetails

Wann

16.10.2013
von 18:15 bis 19:30

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Sur/face. Manet malt Mlle. E.G.

Der Vortrag stellt eine neue Deutung von Manets Gemälde der malenden Eva Gonzalès vor. Wie gezeigt werden soll, kommt diesem für den Salon von 1870 bestimmten Bild nicht nur in Hinblick auf Manets Übergang vom Zitieren „aus dem Museum der Alten Meister“ hin zu einem „falschen Impressionismus“ besondere Bedeutung zu. Vielmehr erweist es sich auch in Hinblick auf die größere Thematik der Metaphorisierung von Malen als „Schminken“ als geradewegs programmatisch. „Schminken“ für Malen ist eine Metapher, die das künstlerische Nachdenken über die Möglichkeitsbedingungen von Malerei seit der Frühen Neuzeit durchzogen hat. Zur Frage steht anhand dieses Beispiels letztendlich, wie Manet in Rekurs auf die weibliche Praxis des Schminkens, die moderne Pariser Konsumkultur sowie den Warenfetischismus des Rokoko die Malerei neu interpretiert hat.

PD Dr. Marianne Koos
Privatdozentin für Kunstgeschichte an der Université de Fribourg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die italienische Kunst der Frühen Neuzeit und die französische Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie hat u.a. zum lyrischen Männerporträt in der venezianischen Malerei um 1500 (Giorgione, Tizian und Umkreis), zu Haut als mediale Metapher bei Caravaggio, zu Oberfläche und Medialität im Werk von Jean-Etienne Liotard publiziert. Marianne Koos hat für ihre Forschung verschiedene Auszeichnungen erhalten, sie ist Gewinnerin des Prix Jubilé 2008 der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), 2011 war sie Fellow an der Columbia University, Italian Academy for Advanced Studies, 2012/13 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

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