Wide White Space Gallery – 100,000 minutes of attention: Anny De Decker im Gespräch mit Kasper König

Termindetails

Wann

24.10.2014
von 18:00 bis 20:00

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Großer Lesesaal der Bibliothek, 1. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Wide White Space Gallery – 100,000 minutes of attention: Anny De Decker, Antwerpen, im Gespräch mit Kasper König, Berlin

Anlässlich einer Neuerwerbung für die Bibliothek des Zentralinstituts / Studienzentrum zur Moderne

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Rahmen ihrer Förderung für das Projekt „Studienzentrum zur Moderne – Bibliothek Herzog Franz von Bayern“ eine Sachmittelzuwendung gewährt, mit der Anfang 2014 ein ca. 400 Titel umfassender Bestand von seltenen Katalogen und Künstlerbüchern vornehmlich der sechziger und siebziger Jahre aus dem Besitz von Anny De Decker, Antwerpen, akquiriert werden konnte. Deren berühmte Antwerpener Avantgardegalerie ‚Wide White Space‘ bestand von 1966 bis 1977. Sie wurde von Anny De Decker zusammen mit ihrem Mann, dem aus Düsseldorf stammenden, 2010 verstorbenen Künstler Bernd Lohaus, geführt.

Die historische Rolle der Wide White Space Gallery ist kaum zu überschätzen. Wide White Space hat als eine der ganz führenden, pionierhaften Avantgardegalerien der Zeit früh mit Künstlern wie Carl Andre, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, James Lee Byars, Christo, David Lamelas, Richard Long, Panamarenko, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck,  Lawrence Weiner und vielen anderen gearbeitet.

Der Ausstellungsmacher und langjährige Direktor des Museum Ludwig in Köln Kasper König gründete ebenfalls in Antwerpen 1969 das alternative Kunst- und Kommunikationszentrum A 379089.

Im Anschluss an das Gespräch laden wir zur Eröffnung einer Vitrinenausstellung mit Publikationen aus dem Fonds White Wide Space Gallery im nördlichen Lichthof des Zentralinstituts für Kunstgeschichte ein.

Anny De Decker
wurde 1937 in Antwerpen geboren. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte an der Universität von Leuven war sie Kunstkritikerin für verschiedene Zeitungen. 1964 lernte sie Bernd Lohaus, der Schüler von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie war, kennen und zusammen gründeten sie 1966 die Wide White Space Gallery in Antwerpen. Zwischen 1966 und 1976 stellten sie unter anderem Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Panamarenko, Carl Andre, James Lee Byars, Lawrence Weiner, Daniel Buren, Bruce Nauman, die damals wichtigsten Künstler ihrer Generation aus. In den 80er Jahren hatte sie einen kleinen Verlag für Bücher und Multiples. 1995 gründete Anny De Decker zusammen mit ihrer Tochter Stella Lohaus das ‘Haus of Prints, Multiples and Drawings’, wo Editionen u.a. von Thomas Schütte, James Welling, Hermann Pitz und Fabrice Hybert erschienen.

Prof. Dr. h.c. Kasper König

Ausstellungsmacher. Zahlreiche Ausstellungen, u. a. 1966 Claes Oldenburg in Stockholm, 1968 Andy Warhol, Westkunst 1981 in den Kölner Messehallen, Mitinitiator der Skulpturprojekte Münster 1977, seit 1988 Professor an der Städelschule in Frankfurt, von 2000 - 2012 Direktor des Museum Ludwig in Köln. Kurator der Manifesta 10 St. Petersburg 2014.

Prof. Kasper König (*1943) war bereits mit 23 Jahren Kurator der Museumsausstellung Claes Oldenburg in Stockholm. Schon während seines Studiums organisierte er weitere Ausstellungen und gab zahlreiche Bücher heraus. 1985 wurde König auf den neu gegründeten Lehrstuhl „Kunst und Öffentlichkeit“ an der Kunstakademie Düsseldorf berufen. Drei Jahre später wurde er Professor an der Städelschule Frankfurt, die er ab 1989 als Rektor leitete. Gleichzeitig war er Gründungsdirektor der Ausstellungshalle Portikus. Als Ausstellungsmacher organisierte er zahlreiche Großausstellungen, zum Beispiel Westkunst 1979 in den Kölner Messehallen, von hier aus 1984 in der Messe Düsseldorf, Der zerbrochene Spiegel 1993 in Wien und Hamburg. Im Jahr 2000 betreute er das Kunstprojekt der EXPO Hannover In-Between Architecture. 1977 initiierte er gemeinsam mit Klaus Bußmann die Skulptur Projekte Münster. Von 2000 bis 2012 war König Direktor des Museum Ludwig in Köln. In 2013 ist er zum Kurator der Manifesta 10 St. Petersburg ernannt worden die am 28. Juni 2014 eröffnet wurde.

 

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