Vortrag Daniela Bohde

Termindetails

Wann

08.07.2015
von 18:00 bis 20:00

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Maria Magdalenas Platz am Kreuzesfuß oder: die Diskrepanz von Wort und Bild

Eine der markantesten Figuren der Kreuzigungsikonographie ist Maria Magdalena: Nicht selten kniet sie wehklagend direkt zu Füßen des Gekreuzigten. Dies erscheint nicht weiter erklärungsbedürftig, gehört sie doch zu den engsten Jüngern Christi. Sucht man jedoch nach einer autoritativen Textquelle für ihre Platzierung am Kreuzesfuß, wird man nicht fündig. Wie ist sie dann an den prominenten Ort gekommen? Dieser Frage geht der Vortrag nach und wird auf eine abwegige Genese stoßen, bei der die Narration des Passionsgeschehens eine überraschend geringe Rolle spielt. Dies gibt Anlass über die Relation von Wort und Bild und die Funktionsweise von Ikonographien nachzudenken.

Prof. Dr. Daniela Bohde
vertritt momentan eine Professur für Kunstgeschichte an der LMU nach Lehrstuhlvertretungen in Marburg und Basel und einem Samuel Kress Senior Fellowship am CASVA (Washington DC). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen einerseits in der Kunst des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, andererseits in der Methodengeschichte der Kunstgeschichte.
Sie wurde 1999 nach dem Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mit einer Arbeit über Tizian (Haut, Fleisch und Farbe. Körperlichkeit und Materialität in den Gemälden Tizians) an der Universität Hamburg promoviert und habilitierte sich 2009 in Frankfurt mit einer methodologischen Arbeit (Kunstgeschichte als physiognomische Wissenschaft. Kritik einer Denkfigur der 1920er bis 1940er Jahre).

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