Vortrag Merle Ziegler

Termindetails

Wann

24.06.2015
von 18:00 bis 20:00

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Der Neubau des Bonner Bundeskanzleramtes 1969–1976. Eine politische Baugeschichte

Mit keinem Wort würdigte Bundeskanzler Helmut Schmidt in seiner Ansprache die Architektur des neuen Bundeskanzleramtes, als die feierliche Schlüsselübergabe im Juli 1976 stattfand. Es war damals bereits allgemein bekannt, wie wenig er den Neubau leiden konnte, der neben dem altehrwürdigen Palais Schaumburg errichtet worden war. Und er war mit seiner Kritik nicht allein – tatsächlich kam der von Schmidt geprägte Spottname von der zu groß geratenen rheinischen Sparkasse zu größerer Bekanntheit als der Bau selbst.

Die Planer unter seinem Amtsvorgänger Willy Brandt hatten ein Gebäude neuen Typs entwickeln wollen, das „mehr Demokratie wagen“ und auf funktionaler Ebene die Arbeitsweise des Amtes revolutionieren sollte. Schon die teamorientierten Arbeitsformen, die bei der Planung zum Einsatz kamen, sollten die angestrebte neue bauliche und administrative Zukunft abbilden. So kann die Rekonstruktion der Planungs- und Baugeschichte ein Schlaglicht auf Akteure und Denken in der Bundesrepublik der 1960er Jahre werfen. Damals prägten sozialwissenschaftliche Theorieangebote Architektur und Politik gleichermaßen. Das Kanzleramtsprojekt erweist sich als eine unmittelbare Verbindung architektonischer Raumformen mit Konzepten politischen Handelns.

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