Vortrag Michael Brandt

Termindetails

Wann

05.10.2016
von 18:15 bis 20:00

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Kunst und Kontext: Das Moses-Thomas-Diptychon im Berliner Bodemuseum

Zu den unbestrittenen Meisterwerken des Bodemuseums gehört das 1935 angekaufte Diptychon mit Darstellung der Gesetzesübergabe an Moses und der Begegnung von Christus und Thomas. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war ein erster Ankaufsversuch daran gescheitert, daß die eigenwillige Formensprache der ottonischen Bildtafeln so garnicht dem idealistischen Kunstverständnis der damaligen Entscheider entsprach. Erst Wilhelm Vöges geradezu hymnische Beschreibung führte zu einem Paradigmenwechsel in der Beurteilung, verstellte aber zugleich den Blick auf die  kunsthistorischen Vorraussetzungen des Werkes. Ebenso singulär wie dessen ausgeprägter Individualstil ist seine ungewöhnliche Ikonographie, die das Doppelbild in jüngerer Zeit zu einem Paradebeispiel bildtheoretischer Erörterungen werden ließ. Vor diesem Hintergrund  fragt der Vortrag nach den Entstehungsbedingungen des Berliner Diptychons und erörtert den Zusammenhang von Bestimmungszweck und Bildprogramm.

Dr. Michael Brandt
Als langjähriger Direktor des Hildesheimer Dommuseums hat Michael Brandt dessen reiche Bestände mittelalterlicher Schatzkunst durch zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen erschlossen und in größere Zusammenhänge gestellt.
Über klassische kunsthistorische Zuordnungskriterien hinaus ging es dabei immer auch um übergeordnete Gesichtspunkte: um die historisch gewachsene Einheit von Artefakt, architektonischem Umfeld und liturgischer Zweckbestimmung, um Materialität und Herstellungstechnik, um Rezeption und um die Präsentation im musealen Umfeld, die ihre praktische Umsetzung in der grundlegenden Neugestaltung des Dommuseums fand.

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