Vortrag Urte Krass

Termindetails

Wann

01.02.2017
von 18:15 bis 20:00

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Der Gute Hirte zwischen Asien und Amerika. Zur globalen Ikonographie des „Quinto Império“

Im Rahmen der Vortragsreihe "Global Arts in the Early Modern World. Kunstgeschichte der Welt 1300-1800"

Global Arts in the Early Modern World


Indische Elfenbeine des kindlichen Guten Hirten sind inzwischen ins Zentrum der globalen Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit gerückt. Vor allem im Brasilien des 17. Jahrhunderts waren diese enigmatischen und mobilen Skulpturen sehr beliebt. Der Vortrag versucht, aufbauend auf der bisherigen Forschung eine politische Ikonographie dieser Artefakte zu entwickeln und sie an den größeren Kontext einer globalen Visualisierung des „Fünften Weltreiches“ anzubinden: Die Idee, das letzte christliche Friedensreich sei unter portugiesischer Führung angebrochen, hatte in den Jahren um 1640 in den verschiedenen Teilen des portugiesischen Kolonialreichs Hochkonjunktur. Ein Vergleich europäischer, indischer und brasilianischer Bilderwelten des „Quinto Império“ ermöglicht es, eingehend über Bilder und die Bedingungen ihrer Zirkulation in der frühen Neuzeit nachzudenken.

 

Dr. Urte Krass
Nach dem Studium in Hamburg und Promotionszeit in Florenz ist Urte Krass seit 2009 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Kunstgeschichte der LMU München. Ein Forschungsschwerpunkt ist das Heiligenbild von der Ikone bis zur Fotografie, ein weiteres der politische Bildgebrauch im portugiesischen Kolonialreich in der frühen Neuzeit. Die 2012 erschienene Dissertation trägt den Titel „Nah zum Leichnam. Bilder neuer Heiliger im Quattrocento“. Das Habilitationsprojekt nimmt die globale Visualisierung der portugiesischen Restauration von 1640 in den Blick.