Workshop Wilma Scheschonk

Termindetails

Wann

02.02.2017
von 14:00 bis 15:30

Art

Workshop

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragssaal Raum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Thomas Eakins’ Ruderbilder und die Utopie unermüdbarer Schaffenskraft

Die Rudergemälde des US-amerikanischen Künstlers Thomas Eakins (Philadelphia, 1844 - 1916) werden in diesem Workshop nach ihren Überblendungen von Sportpraxis und künstlerischem Schaffen befragt. Eakins monumentalisiert die virilen Athleten im Ensemble mit ihren Booten als hochgradig fähige und disziplinierte Individuen mit eigener sportlicher Dramatik und Kampfbereitschaft. Seit der mittleren zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat Eakins nicht nur verschiedene Sportarten als US-amerikanische kodierte Motive erschlossen.

Der Maler porträtiert auch sich selbst als eifrigen, sportlichen Bewegungsexperten in einer krisenhaften Phase von Männlichkeit im sogenannten Guilded Age. Innerhalb des Workshops soll herausgestellt werden, wie die Ruderbilder einen Vergleich von verschiedenen Ökonomien von Arbeit anstreben, einschließlich der künstlerischen Arbeit Eakins’.

Ideale Bewegung schildert der Künstler als von Gleichförmigkeit, Regelmäßigkeit und Dauerhaftigkeit gekennzeichnet. Bekannt wurde Eakins vor allem auch durch seine fotografischen Motion Studies, die er in den 1880ern zunächst mit Eadweard Muybridge erarbeitete. Eakins’ Darstellungsweise des Rudersportes in seiner Malerei reflektiert eben jenes Interesse an der Vermessung von Arbeitsprozessen und der Bewegungsaufzeichnung. Mediale Grenzen ebenso wie physische Körpergrenzen gilt es in Bildtechnik und athletischer Körpertechnik zu verstehen und zu erweitern.

Neben dem Anspruch genuiner Modernität reaktualisieren Eakins’ Sportler Ideen eines antiken, athletischen Heldentums. Einerseits sollen die Ruderbilder vor dem Hintergrund eines spezifisch modernen Kraft-Diskurses erörtert werden – seine sportlichen Einzelkämpfer stehen auch in Verbindung zur Utopie von unermüdbarer, künstlerischer Schaffenskraft. Anderseits werden aber auch Schlaglichter einer andauernden Tradition eines fitten Künstlertums mit körperlichen Steigerungsidealen aufgezeigt.

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