Forschungsschwerpunkte

Die Forschung am Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist thematisch in drei Bereiche gebündelt:

Objekt und Materialität

Das Themenfeld behandelt die Objekte als Zeugnisse einer historisch und politisch definierten Sachkultur. Dies betrifft Fragen der materiellen Überlieferung und historischen Technologie ebenso wie der Architektur und des Designs und deren quellenkundliche Horizonte. Für die Bearbeitung dieser grundlegenden Fragestellungen gibt es im ZI aufgrund zahlreicher einschlägiger Projekte und Publikationen anerkannt hohe Kompetenz.

Kunstgeschichte als Wissen und Wissenschaft

Eine Wissensgeschichte der Kunst und Kunstgeschichte (nicht nur Wissenschaftsgeschichte) ist für das ZI von zentraler Bedeutung. Sie umfasst diverse Fach- und Interessensgruppierungen, die sich mit Kunst beschäftigen (Museen, Denkmalpflege, Kunsthandel, Sammler, Kunstkritiker usw.). Diese Wissensgeschichte fragt auch nach der gesellschaftspolitischen Dimension von Kunst, Kunstdiskurs und Kunstgeschichte und bietet vielfältige Anknüpfungspunkte und Schnittstellen, einschließlich der lokalen Vernetzung.

Kunst im historisch-politischen Raum und im globalen Kontext

Ein am ZI etabliertes Forschungsfeld ist der politischen Bedingtheit von Kunstwerken der Moderne gewidmet sowie der Instrumentalisierung von Kunst zu ideologischen Zwecken. Ein weiterer, gerade für das 20. Jahrhundert zentraler Forschungsansatz betrifft Auftraggeberprofile und Vernetzungs-/Klientelstrukturen von der Frühen Neuzeit bis in die aktuelle Kunstszene, wobei der Fokus nicht nur auf Produzenten und Rezipienten, sondern auch verstärkt auf die vermittelnden Institutionen (Kunstagenten, Galeristen, Händler, Ausstellungsmacher, Kritiker) gerichtet wird. Eine der entscheidenden aktuellen Herausforderungen der Kunstwissenschaft ist die Frage nach globalen Perspektiven und Implikationen von Kunst. Dies gilt besonders für die Kunst der Moderne und Gegenwart.

Die Position und Funktion eines national wie international ausgerichteten Forschungszentrums verlangen in besonderer Weise, übergreifende Themenkomplexe zu benennen und als Projekte gemeinsam zu bearbeiten. Dabei sind Einzelforschungen zu konkreten historischen Fragestellungen in diesen großen Arbeitskontext eingebunden. Das ZI ist inhaltlich wie institutionell prädestiniert für zukunftsorientierte Methoden- und Themenperspektiven, die nationale und internationale Forschungen fokussieren, verbinden und neue Impulse vermitteln.

Das ZI ist dezidiert nicht einem nationalen Rahmen oder einer nationalen Aufgabenstellung verpflichtet. Dieser offene Forschungshorizont ist im Zeitalter der post- und transnationalen Vernetzung für übergreifende aktuelle Forschungsfragen ideal geeignet.