Vortrag Guido Faccani

Termindetails

Wann

14.03.2018
von 18:15 bis 19:30

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Vortragssaal 242, II. OG

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St. Johannis in Mainz und seine Vorgängerbauten –römische Profanbauten, Kathedrale, Stiftskirche, evangelische Gemeindekirche

Im Rahmen der Vortragsreihe "Neue Forschungen zur Architektur des Mittelalters"


Als eine der wenigen Städte Europas weist Mainz «zwei Dome» auf: einen alten und einen neuen Dom. Während der jüngere Dom St. Martin romanischen Bauformen verpflichtet und eines der Wahrzeichen von Mainz ist, stand der in die Frühzeit des Mainzer Christentums zurückreichende Alte Dom St. Johannis bislang eher unbeachtet im Schatten seines Nachfolgers.

In der Johanniskirche sind seit 2013 Forschungsarbeiten im Gang, die sowohl den Boden wie auch das aufgehende Mauerwerk betreffen und deren Grosskampagne Ende 2017 abgeschlossen werden soll. Die bisherigen Grabungsresultate bestätigen ältere Forschungen des frühen und mittleren 20. Jh., erbrachten aber auch vielfältige Ergänzungen, Präzisierungen und nicht zuletzt neue Erkenntnisse über die bauliche Genese.

Während die Römerzeit noch kaum erfasst ist, sind für die ausgehende Antike und das Frühmittelalter Grossbauten zu erkennen, die noch 16 Meter hoch erhalten sind bezogen auf die zugehörigen Böden. Nach dem Verlust der Kathedralfunktion – letztere kann anhand spätmittelalterlicher Quellen und des Datums der Kirchweihe plausibel gemacht werden kann – wird St. Johannis nach dem Jahr 1036 Stiftskirche und bleibt es bis ins ausgehende 18. Jahrhundert. In diesen Jahrhunderten führen Umgestaltungen u.a. zum Errichten eines polygonalen, überwölbten Altarhauses in der Kirche, zu mehrfachen Bodenerhöhungen und schliesslich zur Westung der Kirche. Nach der Profanierung unter den Franzosen ging St. Johannis in den Besitz der evangelischen Gemeinde über, der auch heute noch die wohl älteste Kirche von Mainz dient.



Dr. Guido Faccani

2005 Promotion (‚Martigny, Notre-Dame – römischer Gebäudekomplex, spätantike Bischofskirche, Pfarrkirche’). Seit 1997 als selbständiger Mittelalterarchäologe und Kunsthistoriker tätig. Haupttätigkeitsfelder: Kirchenarchäologie, Bauplastik des Zeitraumes von Spätantike bis Romanik. 1996 Lizentiat (‚Materialien zur Baugeschichte der Pfarrkirche Notre-Dame-des-Champs von Martigny’). 1987 Beginn des Studiums an der Universität Zürich.