Die Kunsthandlungen und Auktionshäuser von Adolf Weinmüller in München und Wien 1936-1945

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt untersuchte im Rahmen einer Public Private Partnership erstmals die Geschichte des "Münchener Kunstversteigerungshauses Adolf Weinmüller", der Vorgängerinstitution des heutigen Münchener Kunstauktionshauses Neumeister.
Der Schwerpunkt lag auf der Rolle von Adolf Weinmüller im nationalsozialistischen Kunsthandel. Seit 1921 betrieb Weinmüller einen Kunsthandel; 1931 trat er der NSDAP bei. Nachdem der jüdische Kunsthändler Hugo Helbing im Jahr 1936 sein alteingesessenes Münchner Auktionshaus aufgrund der veränderten Gesetzeslage schließen musste, eröffnete Weinmüller das in den Folgejahren nahezu konkurrenzlose Münchener Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller im Leuchtenberg-Palais am Odeonsplatz. Zu seinem Kundenkreis gehörten hochrangige Funktionäre wie Martin Bormann, aber auch einflussreiche Händlerkollegen wie die Galeristin Maria Almas-Dietrich, die gezielt Kunstgegenstände an den „Sonderauftrag Linz“ vermittelte. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 arisierte Adolf Weinmüller das Traditionshaus der jüdischen Kunsthändlerfamilie Kende in der Rotenturmstraße 14 in Wien. Im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft, setzte Weinmüller seine Tätigkeit von 1948 bis zu seinem Tod im Jahr 1958 fort. Im Juli 1958 übernahm Rudolf Neumeister das Versteigerungshaus des verstorbenen Auktionators.

Im Zuge des Projekts wurden vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte Kataloge der Münchner und Wiener Auktionshäuser digitalisiert, die der Forschung zur Konsultation im ZI zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind im Rahmen des internationalen Kooperationsprojektes German Sales 1930-1945. Art Works, Art Markets and Cultural Policy (artsales.uni-hd.de) Digitalisate der Weinmüller-Kataloge München und Wien (1936-1945) online zugänglich.

Das aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Projekt ergänzt Arbeitsvorhaben des ZI, die sich mit der Münchner Kunstszene der 1930er und 1940er Jahre beschäftigen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden im Mai 2012 im Band 30 der Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München publiziert:
Meike Hopp, Kunsthandel im Nationalsozialismus: Adolf Weinmüller in München und Wien. Köln, Böhlau 2012

Laufzeit

15. November 2009 bis 14. Februar 2011

Beteiligte Institutionen

Zentralinstitut für Kunstgeschichte (Projektleitung)
Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Förderer

Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin

Information und Kontakt

Dr. Christian Fuhrmeister, Dr. Meike Hopp, Dr. Stephan Klingen

info@weinmueller-provenienzforschung.de

Projektmitarbeiter ZI

Subnavigation

Navigation