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Digital-analoge Strategie

Transformation der Transformation – Die digital-analoge Strategie des ZI

Als Forschungsinstitut Teil einer Gesellschaft im digitalen Wandel zu sein, bedeutet, alle eigenen Angebote mit digitalen Mitteln sinn- und wirkungsvoll zu ergänzen, zu erweitern und zu vermitteln. Die Prozesse der Digitalisierung und die neuen Erkenntnismöglichkeiten und -strukturen der Digital Humanities werden wissenschaftlich reflektiert, innovativ eingesetzt und weiterentwickelt. An dieser digitalen Transformation arbeitet das ZI im Sinne einer Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche des Instituts berührt und die entsprechend technischer, wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen stets konsequent kritisch hinterfragt und vorangebracht werden muss. 2023 wurden die Überlegungen erstmals schriftlich in einem Papier niedergelegt.

Bei der konzeptionellen Neukonfiguration des ZI als Instanz offener Wissenschaft wurden die bereits vor fast drei Jahrzehnten begonnenen Transformationsprozesse mit dem Ziel der Steigerung von Reichweite und Impact in Wissenschaft und Gesellschaft reflektiert und evaluiert. Tatsächlich fand eine Auseinandersetzung mit den „Möglichkeiten der Verwendung datenverarbeitender Maschinen für eine Dokumentation im Bereich der Kunstgeschichte“ bereits Mitte der 1960er Jahre statt (s. Jahresbericht 1965, S. 8).

Zur Transformation der Transformation gehört auch eine prinzipielle Bereitschaft, datentechnischen Neuentwicklungen insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz aufgeschlossen gegenüberzustehen, dabei aber auch die Relation von Aufwand und Ergebnis genau im Blick zu behalten. Insgesamt kann als Ergebnis des Reflexionsprozesses festgehalten werden, dass die in den letzten Jahren für spezifische Forschungskontexte entwickelten digitalen Programme und Tools weiterhin mit Nachdruck standardisiert und an einer Gesamtstrategie ausgerichtet werden müssen. Diese Strategie besteht aus den Kernkomponenten Öffnung, Nachnutzbarkeit und Vernetzung.

 

Digitale Forschungsdaten als Herausforderung

Am ZI entstehen in unterschiedlichen Projektkontexten kontinuierlich Daten, die zusammengeführt und für zukünftige Forschung verfügbar gemacht werden müssen. Grundlagen dieser umfassenden Aufgabe sind die Trennung von Datenhaltung und Anwendungen, ein auf den Prinzipien von Standardisierung und Qualitätssicherung aufbauendes Metadatenkonzept sowie der Einsatz von Open Source-Werkzeugen und offenen Lizenzen gemäß den FAIR-Prinzipien und in direkter Kollaboration mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

Die größten Potentiale der digitalen Transformation für das Fach Kunstgeschichte liegen im Zusammenspiel von Bildmaterialien und textbasierten Informationen. Das erfordert besondere Anstrengungen bei der digitalen Erschließung der Bildbestände des Instituts und ihrer Verknüpfung mit fachspezifischen Wissenskontexten. Hierbei sind auch Potentiale und Grenzen des Einsatzes künstlicher Intelligenz auszuloten.

Die digitalen und analogen Angebote des ZI zielen auf eine zeitgemäße partizipative Arbeits- und Forschungskultur, in der Datenkompetenz eine verantwortungsvolle Anwendung digitaler Methoden und Technologien zum Nutzen von Forschung und Bildung ermöglicht.

 

Digitale Perspektiven: Bibliothek – kunsthistorische Bilder – Archiv – Publikation – Kommunikation

  • Zukünftig sollen alle Publikationen des ZI zugleich analog und digital erscheinen; langfristiges Ziel muss der goldene Weg des Open-Access-Publizierens sein. Hier besteht zugleich konkreter Handlungsbedarf, insofern der Umgang mit Online-Bildrechten und jährlichen Lizenzierungskosten gerade im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst eine besondere Herausforderung darstellt.
  • Die Infrastruktur für Digitalisate der Bibliothek auf dem Multimedia-Server des Bibliotheksverbunds Bayern wird schrittweise ausgebaut und verbessert; aktuell werden Alt-Digitalisate per OCR-Verfahren durchsuchbar gemacht.
  • Geplant ist die Umstellung auf ein neues Bibliotheksmanagementsystem, das durch Suchmaschinentechnologie wesentlich erweiterte Zugriffsmöglichkeiten auf fachlich relevante digitale Inhalte bietet.
  • Der elektronische Dokumentlieferdienst (subito) wird durch das Angebot einer lokal auf München begrenzten Buchausleihe zwischen dem Bayerischen Nationalmuseum, dem Museum Fünf Kontinente, dem Institut für Ägyptologie und Koptologie und dem Institut für Klassische Archäologie (beide Ludwig-Maximilians-Universität) ergänzt. Die Medienrecherche sowie die Bestellung gewünschter Literatur erfolgt über den gemeinsamen Bibliothekskatalog (MAIA).
  • Die Arbeitsmöglichkeiten für die Benutzer*innen der Bibliothek zu optimieren, ist eine Daueraufgabe. Im Bereich der Bibliothek wird ein reservierbarer Gruppenarbeitsraum für das gemeinsame Arbeiten mit digitalen und analogen Beständen des Instituts eingerichtet. Damit wird gezielt auf die geänderten Bedürfnisse der Nutzer*innen einer wissenschaftlichen Fachbibliothek reagiert.
  • Die fotografische Studiensammlung befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Die Sammlung analoger kunsthistorischer Dokumentations-Fotografien wird fortlaufend durch Digitalisierung und Erschließung um digitale Kollektionen erweitert. Diese großen Datensammlungen, die in verschiedenen Projektzusammenhängen entstanden sind, sollen durch ein universales Frontend (Benutzerobefläche) zusammengefasst werden, das einen niederschwelligen Zugriff auf den gesamten Bildbestand ermöglicht.
  • Die Lösung, die für die heterogenen Bilddatenpools angestrebt wird, ist prinzipiell auch für textbasierte Quellen aus dem Kunsthandel und Forschernachlässen vorgesehen. Dieser Bestand wurde vor allem im letzten Jahrzehnt durch Schenkungen, Dauerleihgaben und gezielte Erwerbungen substantiell erweitert.
  • Das ZI erprobt verschiedene Formen und Ebenen des Dialogs mit der Öffentlichkeit jenseits der engeren wissenschaftlichen Community. Neben der Pflege der Social-Media-Kanäle, des Blogs ZI Spotlight und der Plattform Google Arts & Culture wird seit 2022 die App MunichArtToGo bespielt.
  • Der aktuelle Paradigmenwechsel der Wissenschaftskommunikation ist für das ZI ein zentrales Thema. In digitalen Roundtable-Gesprächen wird die gesellschaftliche Relevanz dieses Wandels kontinuierlich erörtert.