Das ZI trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. Willibald Sauerländer (1924–2018)

Prof. Dr. Dr. h.c. Willibald Sauerländer, ehemaliger Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, verstarb am 18. April 2018 im Alter von 94 Jahren.
Das ZI trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. Willibald Sauerländer (1924–2018)

Willibald Sauerländer an seinem 85. Geburtstag (Foto: Margrit Behrens)

 

 

Am Mittwoch, den 18. April 2018, verstarb Prof. Dr. Dr. h.c. Willibald Sauerländer im Alter von 94 Jahren in München. 

Willibald Sauerländer wurde am 29. Februar 1924 in Waldsee, Baden-Württemberg, geboren. Er studierte ab 1946 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde 1953 als Schüler von Hans Jantzen promoviert (Das gotische Figurenportal in Frankreich: Studien zur Geschichte der französischen Portalskulptur von Chartres West bis zum Reimser Josephsmeister, Dissertation, München 1953). Danach arbeitete er als „Lecteur allemand“ und Fremdenführer in Paris. Er habilitierte sich 1959 an der Philipps-Universität Marburg, wo er von 1959–1961 Assistent war. Nach einem Aufenthalt als Visiting Member am Institute for Advanced Study, Princeton, wurde er 1962 als Professor an die Universität Freiburg berufen, wo er bis 1970 lehrte. Von 1970 bis 1989 war Willibald Sauerländer Direktor am Zentralinstitut für Kunstgeschichte und Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er war Visiting Professor in Harvard (1984/1985), Berkeley (1989) und New York (1992) sowie Mellon Lecturer in Washington (1991).

Willibald Sauerländer war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie zahlreicher deutscher und ausländischer Akademien und Träger vieler Auszeichnungen (u.a. Doctor Honoris Causa, Université Strasbourg 1987; Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres 1990; Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst 1995; Chevalier de la Légion d'Honneur 1999; Perfezionato honoris Causa Scuola Normale Pisa 1999; Grand Prix de la Société française d'archéologie 2007).

Willibald Sauerländer, der zu den international angesehensten Wissenschaftlern seiner Generation gehörte, veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur europäischen Kunst des Mittelalters, zur französischen Kunst des 17. bis 20. Jahrhundert, ferner zur Klassischen Moderne sowie viel beachtete Texte zur Geschichte und Methodik der Kunstgeschichte (www.kubikat.org); die wichtigsten Studien zur Kunst der Romanik und Gotik in: ders., Cathedrals and sculpture, Bd. 1–2, London 1999–2000; ders., Romanesque art , Bd. 1–2, London 2004.
Einem breiten Leserkreis war er bekannt durch seine Ausstellungsbesprechungen und Essays im „New York Times Literary Supplement“ und in der „Süddeutschen Zeitung“, die auch als Bücher erschienen.

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