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Elena Chiara Treiber, M.A.

Preisträgerin des Willibald-Sauerländer-Preises 2021




Abteilung/en: Forschung

Vita

  • Doktorandin am DFG-Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ an der Universität des Saarlandes
  • 2020/2021 | Wissenschaftliche Volontärin am Saarlandmuseum der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
  • Studium der Kunstgeschichte und Museologie an der Universität Heidelberg und der Ecole du Louvre in Paris sowie der Bildwissenschaften der Künste und Historisch orientierten Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes

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Elena Chiara Treiber über ihre mit dem Willibald-Sauerländer-Preis 2021 prämierte Masterarbeit „Das Bild als Subjekt. Horst Bredekamps ‚Bildakt‘ zwischen Anwendung, Kritik und Weiterentwicklung“:

Der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp setzt sich in seiner 2010 veröffentlichten Theorie des Bildakts mit Wirkmöglichkeiten von Bildern auseinander. In seinem bildwissenschaftlichen Ansatz nimmt er eine Systematisierung bildaktiver Phänomene im schematischen, substitutiven und intrinsischen Bildakt vor. Der schematische Bildakt beschreibt die Verlebendigung des Bildes, der substitutive Bildakt zeigt sich in der wechselseitigen Austauschbarkeit von Bild und Körper und der intrinsische Bildakt wirkt aus der Kraft der gestalteten Form.
In meiner Forschungsarbeit untersuche ich unter Berücksichtigung der gegen den Bildakt vorgebrachten Kritik die von Bredekamp vorgenommene Systematisierung der verschiedenen Ausprägungen des Bildakts anhand gattungsübergreifender Bildbeispiele der Kunstgeschichte und Populärkultur von der Antike bis in die heutige Zeit. Eine eingehende Analyse und Kontextualisierung der Bildbeispiele offenbart die Stärken und Schwächen des Bildakts. Ferner wird eine Weiterentwicklung des Bildakt-Ansatzes vorgenommen, indem eine Verschränkung der bei Bredekamp definierten und isoliert voneinander betrachteten Manifestationen des Bildakts belegt werden kann. Bildakte treten nicht nur individuell in Bildern in Erscheinung, sondern sind auch kombiniert als miteinander verschränkte Dyaden oder Triaden nachweisbar. Der Bildakt ist somit ein Analyseinstrument, um bildaktive Phänomene zu untersuchen. Indem er das Bild subjektiviert, forciert er einen Perspektivwechsel. Die Kategorisierung in verschiedene Bildakte ist dabei keine Erklärung, wie Bilder wirken, sondern vielmehr eine Beschreibung ihrer Wirkmacht.