Vortrag Valeska von Rosen

Termindetails

Wann

24.10.2018
von 18:15 bis 20:30

Art

Einzelvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Selbstporträt und Selbstformung. Zu den Paradigmen der Genese einer Bildgattung in der Frühen Neuzeit.

 

Eröffnungsvortrag zur Ausstellung "Platz da im Pantheon"

 

Vielleicht noch mehr als andere Bildgattungen stimuliert das Selbstporträt zum mimetischen Experiment. Wenn die Sichtbarkeit des Pinselduktus‘ die Formung des Gesichts ausstellt und die Offenheit der ma­lerischen Faktur indiziert, was Malerei ist und wie sie entsteht und wenn in den ersten plastischen Werken dieser Gattung das „Machen“ eines „faber“ gewürdigt wird, wird in ihnen der poietische Vorgang selbst zum Thema gemacht. Welche Denkmuster diese Strategeme in der Frü­hen Neuzeit generieren, soll im Vortrag untersucht werden. So ist vor allem die poietische Reflexion über das ‚Formen‘ des Men­schen in Analogie zum Schöpfungsakt Gottes ein heuristisches Konzept, dessen Relevanz für gemalte und das plastische Selbstporträt seit der Genese im frühen 15. Jahrhunderts untersucht werden soll. Dies ver­bindet sich mit dem Plädoyer, die Aufmerksamkeit nicht allein auf die Sujetebene der Bildnisse und die spezifische Form der Inszenierung der sich selbst Porträtierenden zu richten, sondern auch auf die Ebene der Darstellungsweise und damit die ‚Oberfläche‘ der Werke, die (nicht allein) im Selbstporträt zur bedeutungsvollen Membran wird.

 

Prof. Dr. Valeska von Rosen ist nach Stipendien und Fellowships der DFG, der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte I, Rom), der Gerda-Henkel-Stiftung und des Wissenschaftskollegs zu Berlin (Institute for Advanced Study) Inhaberin des Lehrstuhls für allgemeine Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Mitglied der DFG-Forschungsgruppe 2305 „Diskursivierungen von Neuem“ und leitet außerdem ein Forschungsprojekt über die Selbstbildnisgalerie der Uffizien/Florenz im Verbund mit dem ZI München und den Uffizien. Ihre jüngeren Monographien sind: Verhandlungen in Utrecht. Ter Brugghen und die religiöse Bildsprache in den Niederlanden", Göttingen 2015; Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600, Berlin 2. Aufl. 2011. Sie arbeitet an einer Monographie über die Gattung des Künstlerselbstbildnisses in der Frühen Neuzeit.

 

Anschließend Eröffnung der Ausstellung “Platz da im Pantheon”