Vortrag: Regine Heß

Termindetails

Wann

16.10.2019
von 18:15 bis 19:30

Art

Vortragsreihe

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Vortragssaal 242, II. OG

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Der umstrittene Staat – Nachkriegsarchitektur und Landschaftsgestaltung in Israel und Westdeutschland

 

Die Architekturproduktion der deutschen Nachkriegszeit ist in den letzten Dekaden intensiv erforscht worden. Sie um die Untersuchung von Landschaftsgestaltung in nationalen Parks und Ausstellungen zu bereichern sowie in einen internationalen Vergleich einzubringen, verspricht eine vertiefte Aussage über ihre identitätspolitischen Aspekte. Nicht nur aufgrund des Architekturtransfers von Deutschland nach Palästina in den 1920er und 1930er Jahren lassen sich der Staat Israel und die Bundesrepublik Deutschland miteinander in Beziehung setzen. Bauliche Gestalten der Identitätsfindung werden auch angesichts der Gewalt sichtbar, die der Gründung beider Staaten vorausging und deren Folgen ihre zunächst umstrittene Existenz begleiteten. Der Vortrag versucht an Beispielen der Architektur und Landschaftsarchitektur herauszuarbeiten, inwieweit eine „Theorie der Nachkriegszeiten“ (Peter Sloterdijk) zu einem vertieften Verständnis von Architektur und Identitätspolitik beitragen kann.

Dan Zur&Lipa Yahalom, National Park Hurshat Tal, Israel, 1959 © Azrieli Architectural Archive, Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv, Fotograf unbekannt

Dan Zur&Lipa Yahalom, National Park Hurshat Tal, Israel, 1959 © Azrieli Architectural Archive, Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv, Fotograf unbekannt

 

Dr. Regine Heß

Studium der Kunstgeschichte und Mittleren und Neueren Geschichte in Frankfurt am Main, 2009 Promotion ("Emotionen am Werk. Peter Zumthor, Daniel Libeskind, Lars Spuybroek und die historische Architekturpsychologie", ausgezeichnet mit dem Theodor-Fischer-Preis des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 2010), 2008–2010 Volontärin an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, seit 2011 Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Architekturgeschichte und kuratorische Praxis / Architekturmuseum der TU München. Laufendes Habilitationsprojekt „‘Zelle der Zukunft‘. Die Bauausstellung in Deutschland 1927–1957“. 2018 war sie Senior Visiting Scholar am Azrieli Architectural Archive in Tel Aviv. Seit 2019 ist sie Mitglied der Redaktion der Kritischen Berichte. Regine Heß lehrte am KIT Karlsruhe, an der Tel Aviv University, an der TU München und aktuell an der Universität Kassel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die „Synthetische Moderne“ des 20. Jahrhunderts sowie Bau- und Architekturausstellungen.

 

 

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe Neue Forschungen zur Architekturgeschichte am Zentralinstitut für Kunstgeschichte.