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Anna Ilaria Weiß, M.A.

Preisträgerin des Forschungspreises Angewandte Kunst |



Gruppe/n: Preistragende

Vita

  • 04/2024–10/2024 | Wissenschaftliche Assistenz im Katalog- und Ausstellungsprojekt: „Fait à Paris. Kunstmöbel des Jean-Pierre Latz am Dresdner Hof“ am Kunstgewerbemuseum der Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • 10/2023–03/2025 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Plafond 3D. Eine Verflechtungsgeschichte der Deckenmalerei in Frankreich und Deutschland 1600–1800“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 06/2023–07/2023 | Praktikum am Centro Restauro e Conservazione Veneria Reale im UNESCO-Welterbe „Residenze reali piemonte“ in Turin und Umgebung
  • 04/2023–05/2023 | Praktikum in der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung zur Eröffnung des Projekts „Markgräfliches Opernhaus: Welterbe & Museum“
  • 10/2020–01/2022 | Tutorin für Architekturgeschichte am Lehrstuhl für Kunstwissenschaft der Technischen Universität Berlin
  • 2018–2023 | Studium der Kunstwissenschaft, Kunsttechnologie und Museumskunde an der Technischen Universität Berlin (1,0) | Thema der Masterthesis „Status und Raum. Dynastische Bezüge in der Ausstattung der Appartements Wilhelmine von Bayreuths im Neuen Schloss und im Alten Schloss der Eremitage in Bayreuth“
  • 2019–2021 | Deutschlandstipendium für das Studium der Konservierung und Restaurierung an der Fachhochschule Potsdam
  • Seit 2018 | Studium der Konservierung und Restaurierung mit der Fachrichtung Holz an der Fachhochschule Potsdam
  • 2017–2023 | Mitarbeiterin im Fotoarchiv des Herzogs von Bayern
  • 2016–2017 | Mitarbeit im Restaurierungsatelier von Schoeler und Ebinger
  • 2015–2018 | Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1,2) | Thema der Bachelorarbeit „Schloss Linderhof mit seinem Park. Zwischen gebauter Bühnenkulisse und legitimatorischer Architektur – Architektur als Medium des Eskapismus und Bühnenbildmodelle als Annäherung an die perfekte Illusion“
  • 2014–2015 | Berufsgrundschuljahr für Schreiner in München
  • 2013–2014 | Jahrespraktikum zur Vorbereitung auf das Restaurierungsstudium in der Möbelrestaurierung des Restaurierungszentrums der Bayerischen Schlösserverwaltung in Schloss Nymphenburg, München
  • 2012–2013 | Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege im Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung in den Restaurierungswerkstätten für Papier-, Gemälde-, Skulpturen-, Textil-, Glas- und Holzrestaurierung in Schloss Nymphenburg, München

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Anne Ilaria Weiß über ihre mit dem Forschungspreis Angewandte Kunst 2024 ausgezeichneten Masterarbeit „Status und Raum. Dynastische Bezüge in der Ausstattung der Appartements Wilhelmine von Bayreuths im Neuen Schloss und im Alten Schloss der Eremitage in Bayreuth“:

Innenraum mit vielen Spiegeln in verschiedenen Formen. Alle Spiegel hängen an der Wand.Der Forschungsgegenstand der Masterthesis von Anne Ilaria Weiß umfasste die Raumausstattungen der Appartements von Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709–1758) im Alten Schloss der Eremitage und im Neuen Schloss in Bayreuth und deren differierende Kunsttechniken.
Wilhelmine von Bayreuth war preußische Königstochter, doch wurde sie als Markgräfin von Bayreuth unter ihrem Stand verheiratet. Als geborene Prinzessin von Preußen entwickelte Wilhelmine durch ihren Rangabstieg ein besonders ausgeprägtes Statusbewusstsein. Ziel der Arbeit war es zu zeigen, auf welche Art und Weise sie dieses Standesbewusstsein mittels der von ihr eigenverantwortlich eingerichteten Räumen zum Ausdruck brachte und gleichzeitig welche Verweise sie auf die Raumausstattungen ihrer hohenzollernschen Familie anbrachte. In ihrer Forschung konnte Anne Ilaria Weiß herausarbeiten, wie sich Wilhelmine in ihren Appartements in subtiler Weise als aus dem Hause Hohenzollern stammende Prinzessin inszenierte.
Indem sie bestimmte Farben, Materialien, Objekte oder Raumkonzepte auswählte, verwies Wilhelmine auf ihre Herkunft und die Raumausstattungen der Schlösser, in denen sie in Berlin und Potsdam aufwuchs. Analysiert wurden unter anderem Boiserien und Möbel furniert mit dynastisch konnotiertem Zedernholz, Paneele mit ostasiatischen und europäischen Lacktechniken, bildhauerisch gefertigte Trumeautische, mit Stuckmarmor verkleidete Wände, das Einsetzen von Spiegelscherben und ostasiatischen Specksteinreliefs, die hinzukommend in europäischer Technik kopiert wurden.
Die Analyse der Arbeit trägt den Charakter von Fallstudien und widmet sich dabei vorrangig drei Raumgruppen: Den Vor- und Audienzzimmer, Lack- und Spiegelkabinetten sowie Musik- und Konzertzimmern. Hier wurden die Musikzimmer Wilhelmines auf mögliche Vorbilder und mit Einbeziehung der Konzertzimmer Friedrichs II. darüber hinaus auf Wechselwirkungen hin untersucht.
Die Forschungsfrage nach der Rezeption der Raumausstattung von Wilhelmines preußischer Verwandtschaft in ihren Appartements verlangte eine interdisziplinäre Betrachtung. Der wissenschaftliche und methodische Ansatz zur Bearbeitung des Themas ist in gleichen Maßen architekturhistorisch, historisch und biografisch. Als interdisziplinärer Ansatz für die Analyse dieser Arbeit soll die Residenzenforschung genannt werden.  Ebenso trugen restauratorische Untersuchungen und kunsttechnologische Ergebnisse zum Erkenntnisgewinn der Arbeit bei.

[Abbildung: Chinesisches Spiegelkabinett, Appartement der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709–1758), Altes Schloss der Eremitage in Bayreuth, um 1750, Boiserie mit Spiegelscherben, ostasiatischen Specksteinreliefs und deren europäischen Imitationen in Masse  © Bayerische Schlösserverwaltung, Foto: Achim Bunz]