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Jo Ziebritzki, M.A.

Preisträgerin des Jutta-Held-Preises 2021, 4. Oktober - 20. Dezember 2021




Gruppe/n: Preistragende

Vita

Jo Ziebritzki ist Doktorandin im Graduiertenprogramm des Heidelberg Centre for Transcultural Studies. Sie ist Gründungsmitglied des DFG-Netzwerks »Wege – Methoden – Kritiken: Kunsthistorikerinnen 1880–1970« und der gleichnamigen AG am Ulmer Verein. Von 2013 bis 2017 war sie Mitherausgeberin und Teamleiterin von »Reciprocal Turn, Plattform für Kunsttheorie und künstlerische Praxis« sowie Mitglied des »Feministischen Arbeitskollektivs Karlsruhe (FAK)«. Kunstwissenschaft, Philosophie und Ausstellungsdesign hat sie in Karlsruhe und Berlin studiert.

Publikationen

  • „Stella Kramrisch (1896-1993)“, in Kunsthistorikerinnen 1910–1980, Hg. v. K. Lee Chichester, Brigitte Sölch, Berlin: Reimer, 2021
  • Kritische Berichte: Images von Kunsthistorikerinnen*, Hg. v. Brigitte Sölch, Anja Zimmermann, Jo Ziebritzki, Heft 4.2021 (erscheint im Dezember)
  • „Sensing History: The Memorial ›The Muse Has Had It‹“, in Festblog Art History and Transculturation, Celebrating the Scholarly Worlds and Works of Monica Juneja, Februar 2021: https://tinyurl.com/4wrmpcsf
  • „Grotte – ein queerfeministisches Für-Manifest“, mit Friederike Nastold und Marco Armbruster, in Kritische Berichte: Gend_r, Hg. v. Linda Hentschel, Änne Söll, Heft 4.2016, Jahrgang 44, S. 76-84

[Stand: Dezember 2022]
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Jo Ziebritzki über ihr mit dem Jutta-Held-Preis ausgezeichnete Buch „Stella Kramrisch“:

Jo Ziebritzki, Stella Kramrisch_CoverWarum gab es keine bedeutenden Kunsthistorikerinnen? Das Buch „Stella Kramrisch“ sucht in der Kunstgeschichtsschreibung der letzten Jahrzehnte nach einer Antwort auf diese polemische Frage. Die Erklärung für das Fehlen von Kunsthistorikerinnen findet sich in den misogynen und patriarchalen Strukturen der Geschichtsschreibung. Um die Reproduktion ebendieser Strukturen zu unterbrechen, ist das Buch dem Werk und Wirken der Kunsthistorikerin Stella Kramrisch (1896-1993) gewidmet.
Stella Kramrisch war in den 1920er bis 1940er Jahren eine gefragte Expertin für indische Kunst. Aufgewachsen und promoviert in Wien, lehrte sie ab den frühen 1920er Jahren an Universitäten in Bengalen. Sie argumentierte für die Eigenständigkeit des künstlerischen Wertes indischer Architektur, Skulptur und Malerei. Während ihrer Zeit in Bengalen verbreitete sie ihre Thesen durch wirkungsmächtige Ausstellungen und Publikationen in Europa. Möglich war das durch die Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Wiener Institut für Kunstgeschichte, Springers Handbuch Kunstgeschichte, der Reformbewegung und dem Warburg Institut.
Warum wissen wir nichts von dieser Tänzerin zwischen Kulturen, der scharfen Beobachterin und poetisch präzisen Autorin? Das Buch zielt auf die Erschließung des Werkes, der Methoden und des Kunstbegriffes von Kramrisch ab. So werden für ihren Fall die Gründe für ihr Fehlen in der Geschichtsschreibung erschlossen. Diese Analyse und Rekonstruktion dienen der Depatriarchalisierung der Kunstgeschichtsschreibung.