Mehr Mies. 12. Krefelder Architekturtage. Modern wohnen. Möbeldesign und Wohnkultur der Moderne

Termindetails

Wann

26.02.2016 um 15:00 bis
28.02.2016 um 17:00

Art

Wissenschaftliches Kolloquium

Wo

Kunstmuseen Krefeld

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Mehr Mies. 12. Krefelder Architekturtage. Modern wohnen. Möbeldesign und Wohnkultur der Moderne

Das Thema Wohnen war mit der Entwicklung des Neuen Bauens von Beginn an eng verbunden. Auch Ludwig Mies van der Rohe (1886 Aachen – 1969 Chicago), Architekt der Krefelder Häuser Lange und Esters (1927/1930), entwickelte seine Gebäude als Einheit von Architektur und Design. Seine modernistischen Interieurs mit verchromten Stahlrohrmöbeln hielten Einzug in das bürgerliche Heim und zählen heute zu den gefragten Klassikern der Moderne.

Die Publikation Modern wohnen. Möbeldesign und Wohnkultur der Moderne entstand im Rahmen des Forschungsprojektes Kommentiertes Werkverzeichnis der Möbel und Möbelentwürfe Ludwig Mies van der Rohes der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München realisiert wurde. Die dort dokumentierten neuen Forschungsergebnisse bilden die Folie für die 12. krefelder architekturtage. Mies van der Rohes Auffassung von Wohnkultur wird anhand seines Möbeldesigns und seiner Möbelproduktion vorgestellt und darüber hinaus im Kontext der Moderne betrachtet. Schließlich wird auch die Rolle von Designklassiker im heutigen Wohnraum thematisiert.

Veranstaltet von den Kunstmuseen Krefeld in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte.

 

Auszug aus dem Programm:

Freitag, 26. Februar

18:00
 Rudolf Fischer und Wolf Tegethoff, Zentralinstitut für Kunstgeschichte
 München:

Film und Diskussion
: Mies van der Rohe. Ein Architekt unserer Zeit. 
Ein Film von Pitt Koch, Detlef Schreiber und Peter C. von Seidlein, Deutschland 1966

Der Film gibt ein mit zahlreichen Originaleinspielungen versehenes Porträt Ludwig Mies van der Rohes. Er ist aber seinerseits auch ein Zeitdokument der 1960er Jahre, insofern er eine zeittypische Rezeption des neuen Bauens verkörpert.

 

Samstag, 27. Februar

17.00
 Otakar Mácel, TU Delft und Bernd Dicke, FH Dortmund
:

Präsentation
 Stahlrohrmöbel
Der Kunsthistoriker und Stahlrohrmöbelexperte Otakar Mácel und der Designer Bernd Dicke erörtern anhand von Originalen Mies van der Rohes die Besonderheiten der Stahlrohrmöbelproduktion der Vorkriegszeit.

18.00
 Rudolf Fischer und  Wolf Tegethoff, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München:

Buchpräsentation "Modern wohnen. Möbeldesign und Wohnkultur der Moderne (Studien zur Architektur der Moderne und industriellen Gestaltung, Band 3, herausgegeben vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München), Berlin: Gebr. Mann Verlag 2016."
 
18:30 Christian Demand, Merkur - Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken,  Berlin:

Betreutes Wohnen: Von der Geburt des Designs aus dem Geist des Verdachts
Mit der industriellen Massenfertigung von Möbeln und Hausrat seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstehen nicht nur ständig neue Produkte und Formen; es entsteht auch ein neues, in der Designgeschichte selten ausdrücklich gewürdigtes, tatsächlich aber hochinteressantes literarisches Genre: Wohnratgeber. Wohnratgeber sind pädagogische Schriften, d.h. sie sollen verhaltensleitend wirken. Sie enthalten konkrete Anweisungen zur angemessenen Auswahl, Zusammenstellung und Gestaltung von Mobiliar und Wohnraum, zugleich aber transportieren sie dezidierte soziale Ordnungsvorstellungen. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die Verschränkung von Ethos und Gestaltung in dieser literarischen Gattung funktioniert.
Christian Demand ist Kunsthistoriker und Kulturphilosoph, der aus ungewohnten Perspektiven Kunst und Kultur betrachtet. Seit 2012 ist er Herausgeber des Merkur (Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken).

Sonntag, 28. Februar

11:30-14:00 Uhr Kurzvorträge und Gespräch

Gerda Breuer, Aachen:

Die Erfindung des Modernen Klassikers
Die Kunst- und Designhistorikerin sowie Autorin zahlreicher Publikationen zeigt in dem Buch Die Erfindung des Modernen Klassikers (2001) Strategien und Begleitumstände auf, wie Designobjekte zu Ikonen der heimischen Wohnlandschaft werden und was Re-Editionen solcher Klassiker über unsere heutige Gesellschaft aussagen. Im Fokus des Kurzvortrags steht unter anderem der Barcelona Chair von Mies van der Rohe.

Florian Kallus
, Köln:

kaschkasch. Product Design
Seit 2011 firmiert das Kölner Designer-Duo Florian Kallus und Sebastian Schneider unter dem Namen kaschkasch. Eine klare Linie kombiniert mit einem geschmeidigen und überraschenden Wendepunkt in Materialität und Form prägen ihre Möbel, Lichtobjekte und Wohnaccessoires. Florian Kallus stellt Produkte, Arbeitsstrategien und ästhetische Haltung von kaschkasch vor.

Gespräch (Moderation: Rudolf Fischer, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München und
 Kerstin Plüm, Kunst- und Designwissenschaft, Hochschule Niederrhein, Krefeld)
Welche Bedeutung kommt Design-Klassikern wie dem Barcelona Chair von Mies van der Rohe heute zu, wenn sie wie selbstverständlich Firmenlobbys und bürgerliche Wohnzimmer füllen? Setzen solche Möbel für junge Designer immer noch Maßstäbe? Solche und weitere Fragen diskutieren die Moderatoren mit Prof. Dr. Gerda Breuer und Florian Kallus.

15.00 Dr. Wolf Tegethoff, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München:

„Natur, Häuser und Menschen in einer höheren Einheit zusammenbringen“ (Mies van der Rohe 1958)
Der Kunst- und Architekturhistoriker Wolf Tegethoff erläutert in einer Führung durch die Häuser Lange und Esters die Krefelder Bauten Mies van der Rohes als Schlüsselwerke des Neuen Bauens.


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