Vortrag Ulf Bischof

Termindetails

Wann

24.02.2016
von 18:15 bis 20:00

Art

Einzelvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Beschlagnahmt und exportiert – Abhandengekommene Kunst nach 1945

Öffentlicher Abendvortrag begleitend zur Winter School Provenance Research des "Forschungsverbunds Provenienzforschung Bayern"

Mit der Teilung 1945, der Besatzung durch die SMAD und Gründung der DDR 1949 begann ein neues Kapitel der Kunstentziehungen im Osten Deutschlands. Dabei ging es in der Zeit bis 1989 in unterschiedlichen Ausprägungen im Wesentlichen darum, mit der Überführung von Kunstgegenständen aus Privat- in staatlichen Besitz und deren anschließendem Export, Devisen für die Machthaber in Ost-Berlin zu beschaffen. Die reguläre Planwirtschaft war dazu nur unzureichend im Stande. Das Unrecht, das den Sammlern dabei widerfuhr, war in Qualität und Quantität ein anderes als in der Zeit des Nationalsozialismus. Den Betroffenen, vor allem in den 1970er und 80er Jahren, zeigte sich aber auch die DDR als rücksichtslose Diktatur, die mit skrupellosen Methoden ihre Ziele verfolgte. Möglich waren diese geheimen Kunstexporte nur, weil sich in Westeuropa und Übersee willige Abnehmer fanden, die sich von Profitinteressen geleitet nicht an der zweifelhaften Provenienz der Objekte störten. Zunehmend rückt auch dieses dunkle Kapitel deutscher Kulturgeschichte in den Fokus von Forschung und Öffentlichkeit.

Dr. Ulf Bischof
ist Rechtsanwalt in Berlin. Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildet das Kunstrecht. Er berät vor allem nationale und internationale Museen und Sammler. Ulf Bischof ist seit 2006 auch Herausgeber des Journals Kunst und Recht (KUR) (www.kur-journal.de), das Fragen des Kunstrechts, Urheberrechts und kulturpolitische Themen behandelt.

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