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Ausstellung // Travelling Back. Blickwechsel auf eine Expedition von München nach Brasilien im 19. Jahrhundert

Termindetails

Wann

12.02.2024 um 10:00 bis
05.04.2024 um 20:00

Art

Ausstellung

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Lichthof Nord, I. OG

Termin übernehmen

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Eine Ausstellung des Käte Hamburger Research Center global dis:connect im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München.
Travelling Back ist eine Ausstellung, die einen kritischen Blick auf die Erzählungen und Sammlungen wirft, welche die bayerischen Wissenschaftler Johann Baptist von Spix (1781–1826) und Carl Friedrich Philipp von Martius (1794–1868) im 19. Jahrhundert aus Brasilien mitbrachten. Die Ausstellung folgt der ausgedehnten dreijährigen Reise durch das brasilianische Hinterland und das Amazonasgebiet.
Die 14.000 km lange Expedition fand von 1817 bis 1820 statt und wurde später in der mehrbändigen Publikation Reise in Brasilien (1823) festgehalten. Diese enthält einen persönlichen Bericht über die Begegnungen und Wahrnehmungen der Wissenschaftler mit den vielfältigen Landschaften, Kulturen und der Tierwelt des Landes.
Auf ihren Reisen kamen Spix und Martius mit verschiedenen indigenen Gruppen in Kontakt und sammelten zahlreiche ethnografische, botanische und zoologische Präparate. Dieses Material bildete später die Grundlage für mehrere bayerische Einrichtungen, wie die Bayerischen Staatssammlungen für Zoologie und Botanik sowie die 1862 gegründete Königliche Ethnographische Sammlung, das heutige Museum Fünf Kontinente. Neben den materiellen Artefakten behandeln diese Sammlungen auch die Geschichte von Isabella Miranha und Johann Juri, zwei indigenen Kindern, die 1820 nach München gebracht wurden und kurz nach ihrer Ankunft auf tragische Weise ums Leben kamen. Im Gegensatz zur offensichtlichen Präsenz der beiden Wissenschaftler im Münchner Stadtbild ist die Geschichte dieser Kinder durch Schweigen und Abwesenheit in öffentlichen Gedenkstätten gekennzeichnet.
Zeichnung eines rötlichen VogelsDie Ausstellung wirft zentrale Fragen zur Kolonialität auf, die den wissenschaftlichen Bestrebungen des naturkundlichen Projekts zwischen München und Brasilien im 19. Jahrhundert zugrunde lag. Sie untersucht die verschiedenen Darstellungen und Interpretationen der Sammlungen von Spix und Martius von ihrer Ankunft in Deutschland bis in die Gegenwart und beleuchtet die Dis:konnektivitäten der Wissensproduktion, die hinter diesen wissenschaftlichen Bestrebungen stehen. Dabei geht es nicht nur darum, die öffentliche Rezeption dieser Erfahrungen durch eine Geschichte des Betrachtens zu erforschen, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung durch die Brille heutiger Dialoge und Initiativen. Dazu gehören neue wissenschaftliche Praktiken der Wissensrestitution, literarische Interpretationen und zeitgenössische Perspektiven von Künstler*innen wie Micheliny Verunschk, Frauke Zabel, Yolanda Gutiérrez, Igor Vidor, Elaine Pessoa und Gê Viana.
Die Ausstellung wird kuratiert von Sabrina Moura, Fellow am Käte Hamburger Kolleg global dis:connect an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Die Eröffnung am 9. Februar 2024 wird von einer eintägigen Konferenz begleitet: https://www.zikg.eu/aktuelles/veranstaltungen/2024/conference-travelling-back.

Führung

Am 4. März (11:30 Uhr) führt die Kuratorin Sabrina Moura durch die Ausstellung.

TREFFPUNKT: Eingangsfoyer

TEILNAHME: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

 

Die Führung findet in englischer Sprache statt.

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EINTRITT:
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag 10:00–20:00 Uhr zugänglich. An Wochenenden und an Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist frei.

 

Travelling Back: reframing a 19th-century expedition from Munich to Brazil

Travelling Back is an exhibition that presents a critical perspective on the narratives and collections Bavarian scientists Johann Baptist von Spix (1781–1826) and Carl Friedrich Philipp von Martius (1794–1868) brought from Brazil in the 19th century. The exhibition follows their extensive three-year journey across the Brazilian hinterland, including the Amazonian region.

Spanning 14 000 km, this expedition took place from 1817 to 1820 and was later chronicled in the multi-volume publication Reise in Brasilien (Travels in Brazil – 1823), providing a personal account of the scientists' encounters and perceptions of the country's varied landscapes, cultures and wildlife.
During their travels, Spix and Martius interacted with various indigenous groups and gathered numerous ethnographic, botanical and zoological specimens. These materials became foundational for several Bavarian institutions, like the Bavarian State Collections of Zoology and Botany, as well as the Königlich Ethnographische Sammlung, now the Museum Fünf Kontinente, established in 1862. Beyond tangible artifacts, these collections also treat the history of Isabella Miranha and Johann Juri, two indigenous children brought to Munich in 1820, who died tragically soon after their arrival. Unlike the scientists' evident presence in the city's landscape, the history of these children is marked by silences and absences in public memorial spaces.
The exhibition raises crucial questions about the coloniality underpinning the scientific pursuits of the natural-history project between Munich and Brazil in the 19th century. It examines the various displays and interpretations of Spix and Martius's collections from their arrival in Germany to the present, and it sheds light on the dis:connectivities of knowledge production behind these scientific endeavours. The idea is not only to inquire into the public reception of these experiences through a history of the gaze, but also to draw a critical examination through the lenses of present-day dialogues and initiatives. This includes new scientific practices of knowledge restitution, literary interpretations and contemporary perspectives from artists like Micheliny Verunschk, Frauke Zabel, Yolanda Gutiérrez, Igor Vidor, Elaine Pessoa and Gê Viana.
Sabrina Moura, fellow at the Käte Hamburger Research Centre global dis:connect at LMU Munich, is curating the exhibition. The opening on 9 February 2024 coincides with a one-day conference.

 

Guided Tour

On March 4 (11.30 am), the curator walks through the exhibition.

MEETING POINT: Entrance foyer

PARTICIPATION: Registration is not required

 

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ADMISSION:
The exhibition is open from Monday to Friday 10:00-20:00. The exhibition is closed on weekends and public holidays. Admission is free.

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