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Current Research // Lektüreseminar am ZI mit Mechthild Fend: Porträts und Pathologien. Das Krankheitsbild im neunzehnten Jahrhundert

Termindetails

Wann

13.05.2026
von 14:15 bis 16:00

Art

Sonstiges

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, 80333 München, Raum 110, I. OG

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Das Lektüreseminar diskutiert jüngst publizierte Arbeiten oder aber weitgehend abgeschlossene Manuskripte. Die Texte werden im Voraus an die Teilnehmenden verschickt und dann gemeinsam mit den Autorinnen und Autoren diskutiert.

 

Anatomische Illustrationen sind seit Jahrzehnten Gegenstand der Kunstgeschichte auf der einen und der Wissenschaftsgeschichte auf der anderen Seite. Bilder von Krankheiten dagegen sind weit weniger beachtet worden und eine systematische kunsthistorische Untersuchung des pathologischen Bildes steht aus. Dabei hat die Kunstgeschichte für die Analyse des Krankheitsbildes viel zu bieten, besonders dann, wenn sie nach den Visualisierungsstrategien pathologischer Bilder und nach den Mustern ihrer Wahrnehmung fragt.

Darstellungen von Krankheitsphänomen wurden sowohl von den Pathologen des neunzehnten Jahrhunderts wie auch von der Wissenschafts- und Medizingeschichte oft als „charakteristische Bilder“ klassifiziert; doch es lohnt sich, diesem Begriff näher nachzugehen. Wie sollen die – meist in anderen Genres ausgebildeten – Zeichner und Druckgrafiker den „Charakter“ der Krankheiter herausarbeiten? Was verbindet die dabei angewandten Strategien mit denjenigen der zeitgenössischen Porträtmalerei, die sich bemüht, den Charakter der dargestellten Personen einzufangen? Welche Form der visuellen Wahrnehmung ist im Begriff des „Krankheitsbildes“ impliziert? Es handelt sich um eine bis heute geläufige, aber nie als solche thematisierte visuelle Metapher, deren Verwendung sich, so die These, im frühen neunzehnten Jahrhundert etablierte und zwar parallel mit der systematischen Verwendung von Bildern im Bereich der Pathologie. Mit der Metapher ist der Glaube an eine schnelle Identifizierbarkeit der Krankheit „auf den ersten Blick“ verknüpft. Sie setzt damit auf Wahrnehmungsstrategien wie sie in der Kunstliteratur schon seit dem späten siebzehnten theoretisiert wurden.

Prof. Dr. Mechthild Fend ist Professorin für Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt und lehrte von 2006-2020 am Art History Department des University College London. 2025-26 ist sie Fritz-Thyssen-Member am Institute for Advanced Study in Princeton, wo sie an einem zum „Pathological Image“ arbeitet. Auf die Kunst und visuellen Kultur des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts in Frankreich spezialisiert, liegen ihre Forschungsinteressen insbesondere bei den kunsthistorischen Gender-Studien, der Geschichte und Darstellung des Körpers in kunst- und wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive. Zu ihren Publikationen gehört Fleshing out Surfaces. Skin in French Art and Medicine (1650-1850), Manchester University Press, 2017 und Thinking Women and Art in the long Eighteenth Century. Strategic Reinterpretations (hg. mit Jennifer Germann und Melissa Hyde), Amsterdam University Press, 2025.

 

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Teilnahme am Lektüreseminar nur nach Anmeldung: seminar@zikg.eu
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

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Während unserer Veranstaltungen werden Foto- und/oder Filmaufnahmen zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie nicht möchten, dass Bilder, auf denen Sie zu sehen sind, veröffentlicht werden.

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