James Loeb Lecture 2026 // Damian Dombrowski: Botticellis „Geburt der Venus“ und die Anfänge des Ästhetischen
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von 18:15 bis 20:00
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Die um 1488 entstandene „Geburt der Venus“ ist nicht nur Sandro Botticellis berühmtestes Werk, sondern gilt zugleich als Sinnbild der Florentiner Renaissance. Obwohl das Gemälde vordergründig einen antiken Mythos zum Gegenstand hat, stellt es tatsächlich die erste bildliche Manifestation eines „höhern Daseins“ (Jacob Burckhardt) in der Geschichte der abendländischen Kunst dar. Der Verzicht auf Details, die lineare Bestimmung der Form und die Verflachung des Bildraums lassen ein nachlassendes Interesse an illusionistischer Nachahmung der Natur erkennen. Auch in der Darstellung der Liebesgöttin zeigt sich diese Tendenz zur Abstraktion. Zur beispiellosen Idealität des Gemäldes trägt nicht zuletzt die Vereinigung von friesartiger und zentralisierender Kompositionsprinzipien bei. Mit diesen gestalterischen Mitteln verleiht Botticelli dem profanen Gemälde eine Würde, die zuvor ausschließlich dem christlichen Kultbild vorbehalten war, und entwickelt zugleich eine der wiederbelebten mythologischen Bildwelt angemessene Ausdrucksform. Hier erhebt ein Künstler, vielleicht zum ersten Mal in der nachantiken Kunst, ästhetische Schönheit bewusst zum höchsten Ziel. Der ideale Stil der europäischen Malerei nimmt seinen Ausgang von Botticellis Geburt der Venus und entfaltet eine Wirkung, die von Raffael bis zum Klassizismus reicht – unter dem Anschein einer Narrativität, die in Wirklichkeit an Bedeutung verliert.

Prof. Dr. Damian Dombrowski ist Direktor des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg (Gemäldegalerie und Graphische Sammlung) sowie Professor am dortigen Institut für Kunstgeschichte. Er ist Verfasser und Herausgeber vieler Publikationen zur italienischen Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur Moderne, darunter einer Monographie über die religiösen Gemälde Botticellis sowie des „Salto“-Bandes „Botticelli. Ein Florentiner über Gott, die Welt und sich selbst“. Seit einigen Jahren widmet er sich vor allem der Kunst Giambattista und Giandomenico Tiepolos; er ist Gründungsmitglied und Vorstand des europäischen Netzwerks „I luoghi dei Tiepolo“. Mit Katrin Dennerlein und Jochen Griesbach leitet er das Akademieprojekt „Künstlerische Intelligenz | Reflexionsraum Antike und Wissenswandel nach 1800 (KIRAW)“, das ab 2027 am Martin von Wagner Museum angesiedelt sein wird.
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TEILNAHME:
Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Veranstaltung wird parallel via Zoom übertragen. Dem Zoom-Meeting können Sie unter folgendem Link beitreten: https://us02web.zoom.us/meeting/register/RiUb_eOeREOH-9NiJ_zT1w. Das Mitschneiden der Veranstaltung oder von Teilen der Veranstaltung sowie Screenshots sind nicht gestattet. Mit der Teilnahme akzeptieren Sie diese Nutzungsbedingung.
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Neben dem James Loeb Fellowship for the Classical Tradition in Art and Architecture veranstaltet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in Kooperation mit der James Loeb Gesellschaft e.V. und dem Harvard Club München e.V. alljährlich diesen Vortrag zu Ehren des amerikanischen Mäzens James Loeb. >>
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