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Benjamin Fellmann // Pier Paolo Pasolini in der Gegenwartskunst. Politiken der künstlerischen Praxis

Postdoc Forschungsprojekt
Benjamin Fellmann // Pier Paolo Pasolini in der Gegenwartskunst. Politiken der künstlerischen Praxis

Das Arbeitsvorhaben am ZI in München dient der Vertiefung eines Forschungsprojektes zur Rezeption von Pier Paolo Pasolini in der Gegenwartskunst von seinen Lebzeiten bis heute. Dessen erstes Ergebnis ist die Ausstellung AFTER PASOLINI – Visions of Today im Center for Contemporary Art in Plovdiv/Bulgarien (4.9. – 4.10.2020). AFTER PASOLINI ist eine der ersten internationalen Gruppenausstellungen, für die systematisch Künstler*innen zusammengebracht wurden, die sich in ihren Werken mit Pasolini auseinandersetzen (kuratiert gemeinsam mit Bettina Steinbrügge in Kooperation mit der Art Today Association Plovdiv und dem Goethe-Institut Sofia).


Internationale Gegenwartskünstler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen wie Francesco Arena, Elisabetta Benassi, Nina Fischer & Maroan el Sani, Alfredo Jaar, Bouchra Khalili, Fabio Mauri, Milo Rau, Lili Reynaud-Dewar, Ming Wong, Cerith Wyn Evans und David Wojnarowicz haben Pasolinis Leben und Werk als Inspirationsquelle für die Erforschung der Bedeutung künstlerischen Schaffens in hoch politisierten zeitgenössischen Gesellschaften aufgegriffen. Der Filmemacher, Dichter, Romanautor, Theoretiker, Journalist und Kritiker, der zu den Herausforderungen globaler wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen in der Nachkriegsgesellschaft Stellung nahm, wird selbst zu einer Linse für künstlerische Verhandlungen von kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen, sozialen und ökologischen Auswirkungen des Kapitalismus, aber auch der Stellung poetischer und ästhetischer künstlerischer Arbeit in der Gesellschaft. Identifizierbare Kernthemen seiner Arbeiten und Ästhetiken erfahren eine Aktualisierung und erscheinen höchst gegenwärtig: Prozesse von Modernisierung und Kommerzialisierung, erzwungene Mobilität, gemeinschaftliches Zusammenleben, die Suche nach einer Sprache für die Wirklichkeit, Interesse am Mythos, die Zukunft der »Dritten Welt«, das Verhältnis zwischen dem Süden und dem Norden sowohl in Italien, in Europa als auch im globalen Maßstab.
Die herausragenden Ressourcen und Bestände des ZI im Bereich der jüngeren und zeitgenössischen Kunstgeschichte werden es ermöglichen, sich auf drei Aspekte zu fokussieren: die Recherche zu weiteren Künstler*innen, die sich mit Pier Paolo Pasolini auseinandersetzen; die Vertiefung systematischer Analysen der Stellung und künstlerischen Strategien der Auseinandersetzung mit Pasolini im Werk ausgewählter Künstler*innen (insbesondere Fabio Mauri, Derek Jarman, David Wojnarowicz, Bouchra Khalili, Felix Gonzalez-Torres, Berlinde de Bruyckere); und ergänzende Recherchen zur künstlerischen Rezeption Pasolinis in Deutschland, von seinen Lebzeiten bis zu Ausstellungen wie P.P.P. – Pasolini und der Tod in der Pinakothek der Moderne 2005.

[Bildnachweis: BU: Fabio Mauri e Pier Paolo Pasolini alle prove di Che cosa è il fascismo, 1971, Stabilimenti Safa Palatino, Roma, ©Fotografia: Elisabetta Catalano, Courtesy the Estate of Fabio Mauri and Hauser & Wirth]

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