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Markt und Ästhetik des präfabrizierten Bau-Ornaments im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Fellowship- und Stipendienprojekt | Katharina Rotté ist Preisträgerin des Theodor-Fischer-Preises 2025

Mit dem Städtewachstum des 19. Jahrhunderts entstand dritter Bautypus neben der Architekten-Architektur und der sogenannten vernakulären Architektur, den ich serielle Architektur nenne: Bauten mit unpersönlicher Auftraggeberschaft, unbekannten oder abwesenden Architekten und einem nicht handwerklich geprägten Stil. Diese Gebäude wurden in kurzer Zeit in Masse gebaut und mit präfabriziertem Ornament aus Stuck, Zink, Terrakotta, Zementguss und Kunststein geschmückt, das Hersteller in Katalogen anboten. Mein Forschungsprojekt fragt, wie jene Formen entstanden, die sich nicht aus der Konstruktion dieser Bauten ergaben, welche Motive die Nachfrage nach ihnen trugen und mit welchen Argumenten Hersteller sie bewarben. Meine These lautet, dass Angebot und Nachfrage sich wechselseitig verstärkten und eine eigenständige Ästhetik hervorbrachten, die sich bei Architekten und Ästhetikern nicht rückversicherte. Ich nenne sie Marktästhetik. Das Projekt setzt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an und ist vergleichend angelegt: Berlin, Paris sowie Philadelphia.

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