Reproduktion und Fotografie
Der Forschungsschwerpunkt am Zentralinstitut für Kunstgeschichte widmet sich dem Verhältnis zwischen dem materiellen Kunstwerk und seiner Verbreitung durch Bilder. Ausgehend von der Einsicht, dass Kunstwerke seit der Antike maßgeblich über ihre visuellen Repräsentationen wahrgenommen, vermittelt und kanonisiert werden, untersucht das Feld Prozesse der Anwendung, Distribution und Deutung von Kopier- und Druckverfahren sowie der Fotografie bis hin zu digitalen Technologien. Reproduktion wird hier als grundlegende Kategorie kunsthistorischer Erkenntnis begriffen. Reproduktion erscheint dabei nicht als defizitäre Kopie, sondern als eigenständiges „Bilderfahrzeug“ (Aby Warburg), das Wahrnehmung, Wissensordnung und Geschmacksbildung prägt, Konzepte von Originalität – auch im globalen Kontext – relativiert und sich bis in KI-basierte Bildgenerierungen fortschreibt. Mit seinen herausragenden Beständen in Bibliothek, Photothek und Nachlasssammlungen sowie vor dem Hintergrund der besonderen Rolle Münchens als Zentrum der Kunstreproduktion im 19. und 20. Jahrhundert bietet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte ideale Voraussetzungen, dieses Forschungsfeld material- und evidenzbasiert weiterzuentwickeln und neue Perspektiven auf Geschichte, Funktion und Wirkung von Reproduktion und Fotografie in der Kunstgeschichte.
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