Die Vorstellung vom Bild. Zur Verwendung der Lehrbildfotografie am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München
Während der letzten 20 Jahren hat in der kunstgeschichtlichen Forschung eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Fotografie für das Fach stattgefunden. Dabei wurden übergreifende Thesen entwickelt, die nun anhand konkreter Bestände zu überprüfen und zu differenzieren sind. Die historische Lehrbildsammlung der LMU bietet hierfür eine aufschlussreiche Grundlage, da sie die Untersuchung institutioneller und regionaler Besonderheiten ermöglicht, die von der Rolle verschiedener Kunstgattungen über die Prägung des Kanons bis zur Herkunft der Aufnahmen aus unterschiedlichen Produktionskontexten reichen.

Der Titel des Forschungsprojekts Die Vorstellung vom Bild umfasst zwei Dimensionen: erstens das Verständnis der Kunsthistoriker:innen von der Fotografie als Lehrmedium und zweitens deren konkrete Präsentationsformen. Die erste Dimension betrifft die kontinuierliche Aushandlung des Verhältnisses von Original und fotografischer Reproduktion sowie die Anerkennung des Mediums als eigenständiges Erkenntnismittel. In der zweiten Dimension werden medienspezifische Verwendungsweisen, visuelle Argumentationsformen und performative Aspekte der Bildpräsentation untersucht. Darüber hinaus wird nach den technischen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie nach den kulturellen Abgrenzungs- und Aneignungsprozessen gefragt.
Der Untersuchungszeitraum reicht von der Gründung des Instituts für Kunstgeschichte der LMU 1909 bis zur Auflösung der Lehrbildsammlung 1989/1990. Einige Materialien sind jedoch älter und stammen aus den Anfängen der Institutssammlung.
[Abbildung: Fotografien auf Karton, Glasdias und Karteikarten aus der Lehrbildsammlung der Ludwig-Maximilians Universität München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München]
Projektdauer
Dezember 2025 bis November 2026