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Dr. Adeline Schwabauer

Preisträgerin Forschungspreis Angewandte Kunst 2026




Abteilung/en: Forschung
Gruppe/n: Preistragende, Fellows

Vita

  • Seit April 2025 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt
  • 2025 | Promotion an der Universität zu Köln
  • 2021–2025 | Doktorandin und Stipendiatin im GRK 2212 „Dynamiken der Konventionalität (400–1550)"
  • 2021 | Wissenschaftliche Hilfskraft im DFG-Forschungsprojekt "Dimensionen der techne in den Künsten"
  • 2021 | Tutorin an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • 2019–2022 | Wissenschaftliche Hilfskraft im DFG-Forschungsprojekt „Das Haus in der Stadt vor 1300"
  • 2019 | Praktikum im Generalvikariat Köln, Stabstelle Diözesanmuseum, kirchliche Kunstdenkmalpflege
  • 2015–2021 | Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

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Adeline Schwabauer über ihre mit dem Forschungspreis Angewandte Kunst 2026 ausgezeichnete Dissertation „Horn, Trinkhorn, Greifenklaue. Reliquiarwerdung und sakrale Verwendung spätmittelalterlicher Horngefäße":

Trinkhorn mit goldverzierten Rändern und drei vogelkrallenförmigen BeinenHörner, die keratinhaltigen Stirnwaffen von Rinderartigen, werden in prächtigen Metallfassungen zu kostbaren Gefäßen zwischen Naturalien und Artefakten. Trotz zahlreicher Überlieferungen, komplexer Verwendungsmöglichkeiten und vielfältiger Objektgeschichten blieb eine wissenschaftliche Erforschung mittelalterlicher Exemplare bislang aus. So widmet sich dieser Beitrag zur kunsthistorischen Material- und Objektforschung erstmals den mittelalterlichen Horngefäßen, ihrer Entwicklung, sozialen Funktion, sakralen Umnutzung und Wertzuschreibung.

Ausgangspunkt ist das Horn, der gekrümmte Konus mit Hohlraum, ein allgegenwärtiges Gebrauchsmaterial im Mittelalter. Bestückt mit Goldschmiedekunst findet es Verwendung als gemeinsames Trinkgefäß im Gildenmahl, einladender Willkomm für Gäste oder repräsentatives Schauobjekt an der Festtafel. Doch haben sich Trinkhörner ebenso im Kontext der Kirche erhalten, wo sie meist als Reliquiare umgenutzt wurden. Es soll aufgezeigt werden, wie Hörner visuell aus dem Status des alltäglichen enthoben und als Prachtobjekte ausgewiesen wurden, um ihre herausragende Rolle in Trinkritualen und große Präsenz im Sakralkontext zu erklären – ob als Reliquiar oder Reliquie, Attribut, Weihrauch- oder Ölgefäß.

 

[Abbildung: Hornreliquiar C, 15. Jahrhundert und später, Horn, Kupferlegierung, vergoldet, 32 × 43 × 14,2 cm, 2954 g, Maastricht, St. Servatius, Inv.-Nr. 13249-990, Foto: Adeline Schwabauer]