Das Boethius Diptychon – Kunstgeschichte und Kunsttechnologie

Das Boethius Diptychon – Kunstgeschichte und Kunsttechnologie

Projektbeschreibung

Das Diptychon des Konsuls Boethius aus Elfenbein, das dieser anlässlich seines Amtsantritts 487 n. Chr.  anfertigen ließ, zeugt mit seinen Gemälden und Inschriften auf den Innenseiten von einer einzigartigen Geschichte der Wiederverwendung in der frühmittelalterlichen Liturgie. Das u. a. dort dargestellte Porträt von Gregor dem Großen gilt als das früheste seiner Art. Dennoch war das Diptychon nie Gegenstand einer umfassenden kunsttechnologischen Untersuchung.

Ausgehend von den Forschungen von Nicole Pulichene, M.A., über die Wiederverwendung von Konsulardiptychen im Mittelalter untersuchte ein Team aus Kunsttechnologen, die bereits erfolgreich im BMBF Projekt ISIMAT zusammengearbeitet haben, gemeinsam mit ihr und mit der freundlichen Unterstützung der zuständigen Kuratorin Dr. Francesca Morandini das Diptychon im Museo di Santa Giulia in Brescia. Es wurden ausschließlich berührungsfreie Methoden wie Stereomikroskopie, Ultraviolett-Fluoreszenzfotografie und Infrarot-Reflektografie angewandt. Neben Aussagen zum Aufbau der Malerei, erbrachte die Untersuchung auch Informationen zu verlorenen oder verdeckten ikonographischen Details wie auch der nur noch in Spuren erhaltenen ursprünglichen Vergoldung. Darüber hinaus konnten bereits gelöschte oder überschriebene Inschriften erkannt werden, die Rückschlüsse auf die sich wandelnde Funktion des Objekts in der mittelalterlichen Liturgie erlauben.

Ein Workshop zu den Ergebnissen des Projekts sowie deren Publikation ist vorgesehen.
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The ivory diptych of the consul Boethius (dated 487 C.E.) testifies to its unique history of reuse in the early medieval liturgy through the survival of painted images and inscriptions on the interiors of its hinged panels. Among its medieval interventions include the earliest extant portrait of Gregory the Great. Despite its acknowledged singularity, the diptych has never been the subject of art historical or conservational analysis.

Stemming from the dissertation of Nicole Pulichene, M.A., regarding the reuse of consular diptychs in the Middle Ages, the current non-invasive investigation of the diptych has been undertaken by a team of conservators and technical art historians previously affiliated with the project ISIMAT, and with the kind assistance of Dr. Francesca Morandini, curator of the Santa Giulia City Museum in Brescia. 

Utilizing ultraviolet-fluorescence photography, infrared photography, and stereo microscope analysis, the researchers conducted an analysis of paint layers and underdrawings, as well as the identification of lost or obscured iconographic details and traces of gilding. What’s more, new insights into erased and reinscribed layers of inscription offer critical evidence of the object’s use in the medieval liturgy.

The results of the project will be presented in a workshop and subsequent publication.

 

Förderzeitraum / Projektdauer

12.-15. Februar 2019

Förderer

Diese Untersuchung wurde durch die großzügige finanzielle Unterstützung der CONIVNCTA FLORESCIT, München, ermöglicht. Die Ausrüstung stellte der Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Technischen Universität München zur Verfügung.

Projektpartner

Museo di Santa Giulia, Brescia; Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München; Technische Universität, München, Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft; Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, Holzkirchen.

Untersuchungsteam

Dr. Catharina Blänsdorf, Technische Universität München, Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft

Ronja Emmerich, M. A., Diözesanmuseum Freising

Elisabeth Fugmann, M. A., vorarlberg museum, Bregenz

Christian Kaiser, M. A., Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, Holzkirchen

Dr. Francesca Morandini, Museo di Santa Giulia, Brescia

Nicole Pulichene, M.A., Harvard University, derzeit Stipendiatin der Samuel Kress Foundation am ZI

Dr. Esther Wipfler, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Forschungsstelle Realienkunde

Projektmitarbeiter ZI

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