Round-Table: Kunstgeschichte als Institution

Termindetails

Wann

22.11.2013
von 17:30 bis 20:00

Art

Wissenschaftliches Kolloquium

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Großer Lesesaal der Bibliothek, I. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Kunstgeschichte als Institution

Round-Table in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“ – und finden doch stets in engster Vernetzung mit Institutionen und deren positiven wie negativen ‚Bedingungen‘ statt.

Die Entwicklung der Kunstgeschichte in den letzten 20 Jahren stand im Feld der Geistes- und Sozialwissenschaften wohl vor besonders großen institutionellen Herausforderungen: Ein intensiver Prozess der disziplinären Selbstbefragung, der methodischen und thematischen Erweiterung, teils eine ‚Neuerfindung‘ und -ausrichtung geht mit einem entsprechend tiefgreifenden Wandel der Universitäten, der außeruniversitären Forschungsinstitute, der Museen, des Ausstellungs- und Publikationswesens, der Forschungsförderung wie des ‚Kunstbetriebs‘ insgesamt und seiner Rolle in der Gesellschaft einher. Um nur einige konkrete Stichworte zu nennen: Die Exzellenzinitiative, die Reform der Studiengänge, internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeiten von Forschungsinstitutionen, die anhaltende Konjunktur der temporären Großausstellungen, die radikal gewandelte Medienlandschaft erzeugen alle einen hohen ‚Veränderungsdruck‘. Welche Chancen, welche Gefahren liegen in diesen alten und neuen Konstellationen für die Kunstgeschichte? Wie sollte eine Kunstgeschichte in der heutigen Gesellschaft und Wissen(schaft)slandschaft aussehen?

34 Jahre nach Heinrich Dillys Buch „Kunstgeschichte als Institution“ sollen diese Fragen unter veränderten Vorzeichen neu diskutiert werden. Welche Rolle haben Institutionen für die kunstgeschichtlichen Forschungstendenzen der letzten Jahre in Deutschland gespielt – was wurde forciert, was verhindert? Wie müsste eine zukünftige Wissenschaftslandschaft gestaltet sein? Und worin liegen die institutionellen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts für solche Perspektiven, Theorien und Praktiken der Kunstgeschichte in ihren verschiedenen Ausrichtungen? Letztendlich ergeben sich daraus nicht nur Forderungen an die Wissenschaftspolitik und -förderung. Nur in diesem Kontext lassen sich die aktuellen Positionen und Probleme des Faches verstehen.

Prof. Dr. Katharina Krause
Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte in Marburg, München und Paris. Nach Stationen in Freiburg, Bonn und Wien seit 1996 Professorin für Kunstgeschichte an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2010 Präsidentin der Universität.
Forschungsschwerpunkte: Französische Kunst und Architektur und ihre Wirkung in den deutschsprachigen Ländern im 17. und 18. Jahrhundert; Bildkünste in Süddeutschland um 1500, Bild und Text in der kunsthistorischen Fachliteratur.

Prof. Dr. Hermann Parzinger
Studium der Vor- und Frühgeschichte (Prähistorische Archäologie), der Provinzialrömischen Archäologie und Mittelalterlichen Geschichte in München, Saarbrücken und Ljubljana. 1990 Berufung zum Stellvertretenden Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). 1995-2003 Gründungsdirektor der Eurasien-Abteilung des DAI. 2003-2008 Präsident des DAI, Ausgrabungen und archäologische Forschungsprojekte in Sibirien, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Iran. 1998 Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), 2009 Verleihung des „Ordens der Freundschaft“ durch den russischen Staatspräsidenten. 2011 Wahl in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, seit 2008 Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

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