Vortrag Barbara Murovec

Termindetails

Wann

23.02.2016
von 17:00 bis 19:00

Art

Einzelvortrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragsraum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Themen und Herausforderungen von Provenienzforschung in Slowenien / Provenance Research Issues and Challenges in Central Europe / Slovenia

Öffentlicher Abendvortrag begleitend zur Winter School Provenance Research des "Forschungsverbunds Provenienzforschung Bayern"

Zwischen den 1930er und 1950er Jahren fanden in Slowenien – ähnlich wie in vielen anderen Ländern Mittel- und (Süd-)Osteuropas – gewaltige Translokationen/Transfers von Kulturgut und Kunstwerken statt. Diese Verlagerungen und Besitzwechsel waren bedingt durch Kriege, Politik und Ideologie (etwa im Sinne des Klassen- und Parteienkampfes), aber auch durch Vorstellungen nationaler kultureller Identität.

Der Vortrag analysiert zwei Fallbeispiele, den Transfer von Kunstwerken aus Istrien im Jahr 1944 und die Beschlagnahme der Sammlungen von Adeligen und Aristokraten nach 1945. Hinsichtlich der Themen und Fragen der Provenienzforschung stellt das Verhalten des Staates nach 1991 eine besondere Herausforderung dar, weil mit dem Zerfall Jugoslawiens auch das politische System und der Umgang mit Privateigentum geändert werden sollte. (Kunsthistorische) Provenienzforschung ist ohne die Kenntnis dieser politischen Geschichte und ihrer Implikationen für die Gegenwart kaum möglich.

The paper explores specific historic conflicts of ownership, patrimony and cultural heritage. Despite its regional focus, the speaker examines the very concrete and material results of a genuinely European history of transfer, translocation, displacement, confiscation, looting and theft of cultural objects. Who transferred or translocated which objects in Slovenia, when and why? Which explanations (if any) were – and are – given? Which narratives ensued, and why? How do archival documents (from the region and beyond, produced by victims, perpetrators and the complicit actors in the grey zone between) help to understand these dispossessions? It goes without saying that many of these issues have been heavily charged by propaganda for political purposes.

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